Als Immanuel Höhn gegen den SC Paderborn eingewechselt wurde, stand es bereits 0:3 und der SV Darmstadt 98 war ein Mann weniger. „Es gibt schönere Situationen, um ins Spiel zu kommen“, sagt er. „Man versucht dann, alles reinzuhauen, um mit der Mannschaft noch das Bestmögliche daraus zu machen.“

Aber auch sonst ist die Saison für den 28-Jährigen bislang alles andere als befriedigend gelaufen. Nach seinem Knöchelbruch im Frühjahr hatte er die Vorbereitung zwar voll mitgemacht. Doch dann warf ihn eine Adduktorenverletzung erneut zurück. Gerade zwei Partien bestritt der Innenverteidiger über die volle Distanz.

„Ich bin nicht zufrieden mit der Einsatzzeit“, sagt er. „Mein Anspruch ist es, jedes Spiel zu spielen. Dafür gebe ich auch in jedem Training Gas. Aber die Entscheidung des Trainers trage ich mich.“ Körperlich sei er wieder völlig fit. Aber Spielrhythmus und Praxis fehlten. „Und davon braucht man so viel wie möglich.“

Dass die Lilien so viele Gegentore kassiert haben, ist Höhn angesichts der geringen Einsatzzeiten nur bedingt anzulasten. Doch er will sich da auch nicht aus der Verantwortung stehlen. „Man kann da niemanden herausnehmen. Wir stehen als Mannschaft mit allen 25 oder 26 Kaderspielern zusammen. Wir müssen da als Mannschaft gemeinsam eine Lösung finden.“ Auch die häufigen Umstellungen in der Abwehr dürften nicht als Ausrede herhalten. „Jeder kennt die Abläufe aus dem Training“, sagt er.

Immanuel Höhn ist vom eingeschlagenen Weg überzeugt

Grundsätzlich infrage stellt er das Kurzpassspiel in der wackeligen Abwehr nicht. „Natürlich gibt es die eine oder andere Situation, in der auch ein langer Ball die Losung ist“, sagt er. „Dennoch bevorzugen wir die Lösung, es kurz zu versuchen.“

Der eingeschlagene Weg sei der richtige, sagt Höhn, der seit 2016 bei den Lilien spielt. „Ich würde mir nur Gedanken machen, wenn ich mit der Art und Weise, wie wir Fußball spielen, nicht einverstanden wäre“, sagt er. In sieben von acht Spielen seien die Lilien die bessere Mannschaft gewesen. Deswegen sollte man nicht den einen Ausrutscher sehen. „Wir sind komplett von dem Weg überzeugt und wissen, wie effektiv das sein kann, wenn wir es umsetzen.“

Die Länderspielpause kommt Höhn wie seinen Kollegen nicht gelegen. Lieber würde er die Scharte gleich wieder auswetzen. Auch das Testspiel am Mittwoch gegen Jahn Regensburg sei da kein Ersatz. „Wir gehen in jedes Spiel, um es zu gewinnen. Aber wir wissen auch, dass ein Testspiel nicht den gleichen Stellenwert hat. Ein Sieg würde das Spiel vom Sonntag nicht vergessen machen.“

Bildquellen

  • Immanuel Höhn, SV Darmstadt 98: Arthur Schönbein

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