Es ist eine kuriose Wendung, dass Torhüter Marcel Schuhen trotz der zehn Gegentorein den letzten drei Spielen zu den besten Akteuren des SV Darmstadt 98 zählte. „Es sind einfach zu viele Gegentore“, sagt der ehrgeizige Keeper. „Das geht mir auf den Sack!“ 

In der Regel seien die Tore gegen die Lilien nicht großartig herausgespielt worden, sondern die Folge individueller Fehler der Spieler. Und genau das hat für Schuhen auch einen positiven Aspekt: „Wir können das bei uns verändern“, sagt der 27-Jährige. „Jeder einzelne muss sich hinterfragen: Was kann ich besser tun, um Tore zu verhindern? Aber auch: Was kann ich tun, um Tore zu machen? Denn wir haben seit zwei Spielen ja auch nicht mehr getroffen.“

Dass es gerade gegen Aue zeitweise sehr still in den Reihen der Lilien-Spieler war, ist auch Schuhen nicht verborgen geblieben. Man müsse die spielerischen Fähigkeiten mit den fußballerischen Grundtugenden verbinden, so habe Aue am Ende gewonnen. Die Leidenschaft, die Trainer Markus Anfang beim Coaching am Spielfeldrand gezeigt habe, müsse die Mannschaft auch dem Feld zeigen. „Wir sind dazu verpflichtet, deswegen stehen wir auf dem Platz.“

So viele Elfmeter wie in der aktuellen Saison hat er allerdings noch nie in seiner Karriere erlebt. „Trotz des Videoschiedsrichters ist da noch immer die eine oder andere fragwürdige Situation dabei“, sagt er. „Wenn wir zwei Jahre zurückgehen, wäre die Situation gegen Aue ein Freistoß gewesen und kein Elfmeter.“ Schuhen sieht das aber nicht als spezielles Lilien-Problem, sondern als ein Phänomen aller Ligen mit Videoschiedsrichter.

Gehalten hat Schuhen in dieser Saison noch keinen Elfmeter. „Ich kann ja mal mit Zimbo (Torwarttrainer Uwe Zimmermann) sprechen, ob wir das noch irgendwie ins Training einbauen können“, sagt er lachend. Aber letztlich seien Elfmeter für den Torwart immer eine 50:50-Entscheidung, in der auch Glück eine Rolle spiele. „Aber natürlich schaue ich mir die Situationen auch an, damit ich es besser mache und irgendwann mal das erste Ding in dieser Saison auch kille.“

Marcel Schuhen ist vom Spielsystem komplett überzeugt

Trotz der beiden deutlichen Niederlagen zuletzt hat Schuhen keinerlei Zweifel am System. „Ich bin von der Idee des Spiels komplett überzeugt. Und das sage ich als Torhüter, der 18 Gegentore bekommen hat.“ Die Saison sei noch lang, man sei noch in der Findungs- und Entwicklungsphase – und schließlich habe das System ja auch bis zum Paderborn-Spiel gut funktioniert, und man sei immer die bessere Mannschaft gewesen.

Mit den bislang neun Punkten sei er natürlich nicht zufrieden, aber auch nicht gefrustet. „Gefrustet war ich gestern nach dem Spiel“, sagt er. „Aber jetzt geht der Fokus schon wieder auf Freitag. Und ich habe schon wieder richtig Bock am Freitag gegen Braunschweig zu kicken.“

Bildquellen

  • SVD-SCP-2020-21-blog-001y: Arthur Schönbein

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