Markus Anfang flüchtete sich nach dem Spiel des SV Darmstadt 98 gegen Erzgebirge Aue und dem erneuten Handelfmeter gegen sein Team in Galgenhumor: „Wenn jetzt da noch Fragen dazu kommen, wie man das besser verteidigen kann, bleibt mir eigentlich nur noch zu sagen: Ohne Arme. Wir müssen ohne Arme über den Platz laufen.

So ganz sicher war sich der Coach kurz nach dem Spiel nicht, wie viele Elfmeter es in dieser Saison waren. Der Lilienblog hat nachgesehen: In acht Liga-Spielen hat der SV Darmstadt bereits fünf Tore durch Elfmeter kassiert, dreimal fiel die Entscheidung erst nach Intervention des Videoschiedsrichters, drei der Elfmeter waren Handelfmeter. Zwei der fünf Elfmeter waren harte bis diskutable Entscheidungen, drei gaben dem Spiel eine entscheidende Wendung zu Ungunsten der Lilien.

„Das ist enorm“, sagte Anfang über die hohe Zahl. Normalerweise habe er als Trainer in einer gesamten Saison ein oder zwei Elfmeter gegen sein Team bekommen. Aber die Regel sei nun mal so. „Das können wir auch nicht ändern.“

Die fünf Elfmeter im Einzelnen:

1. Spieltag beim Sandhausen: Braydon Manu bekommt im Duell mit seinem Sandhäuser Gegenspieler im eigenen Strafraum den Ball zuerst an den Arm, bevor ihn auch der Gegner berührt. Zunächst hat keiner die Szene gesehen. Erst auf Intervention des Videoschiedsrichters wird zur Überraschung der Akteure auf dem Platz auf Elfmeter entschieden. Sandhausen geht damit nach Rückstand mit 2:1 in Führung und gewinnt das Spiel am Ende 2:1.

SV Sandhausen - SV Darmstadt 98

Der Handelfmeter bringt die Wende für Sandhausen

5. Spieltag im Heimspiel gegen St. Pauli. In der 4. Minute der Nachspielzeit klärt Adrian Stanilewicz im eigenen Strafraum und trifft dabei auch den Fuß des nachsetzenden Angreifers. Der Schiedsrichter entscheidet nach Hinweis des Videoschiedsrichters auf Strafstoß. St. Pauli schafft in der 96. Minute noch den Ausgleich.

6. Spieltag beim Karlsruher SC: Nicolai Rapp trifft den Kopf seines Gegenspielers, als er den Ball vor der Linie klärt. Der Elfmeter ist eine unstrittige Entscheidung, Rapp hat noch Glück, dass er nur die Gelbe Karte sieht. Am Ende gewinnen die Lilien trotzdem mit 4:3, weil Tobias Kempe in der Nachspielzeit einen Elfmeter verwandelt.

7. Spieltag gegen Paderborn: Stanilewicz bekommt den Ball im Strafraum an die Hand. Unstrittige Entscheidung, aber schon vor dem Treffer zum 4:0 war die Partie entschieden.

8. Spieltag in Aue: Lukas Mai wirft sich in einen Schuss, kommt dabei mit der Hand an den Ball. Der Schiedsrichter entscheidet zunächst auf Freistoß, doch der Videoschiedsrichter schaltet sich ein, weil das Handspiel klar im Strafraum war. Aue trifft mit dem zweiten richtigen Torschuss zum vorentscheidenden 2:0.

Fazit:

Die Häufung der Elfmeter gegen den SV Darmstadt 98 ist ungewöhnlich, aber jeder Elfmeter lässt sich aus Regelsicht rechtfertigen. Es ist eine Mischung aus Pech und Unvermögen, die sich zumindest statistisch gesehen über die Saison ausgleichen sollte. Vor diesem Hintergrund gibt zu hoffen: Die Lilien bislang selbst nur zwei Elfmeter bekommen und diese auch verwandelt. Beim Spiel gegen St. Pauli reichte es trotz des Treffers von Serdar Dursun nur zu einem Unentschieden, gegen Karlsruhe bescherte der Handelfmeter von Kempe den Sieg.

Bildquellen

  • SVS-SVD-2020-21-blog-0020a: Arthur Schönbein
  • SVD-FCSP-blog-2020-21-028: Arthur Schönbein

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