Mathias Honsak, Braydon Manu, Erich Berko, Aaron Seydel – vier offensive Flügelspieler, die zurzeit beim SV Darmstadt 98 einen schweren Stand haben. Vordergründig liegt das daran, dass Trainer Markus Anfang auf eine Dreierkette umgestellt hat. Doch der Lilien-Coach macht klar, dass vor allem Leistungsgründe dafür verantwortlich sind, wer zum Zug kommt.

Begonnen haben die Lilien die Saison mit einer Viererabwehrkette. In diesem System waren die Außenbahnen doppelt besetzt mit je einem Verteidiger und davor je einem Mittelfeldspieler. Doch nach den beiden klaren Niederlagen gegen Paderborn (0:4) und Aue (0:3) stellte Trainer Markus Anfang Mitte November auf eine Dreierkette um.

In dieser neuen Formation gibt es auf jeder Seite nur noch einen Flügelspieler. Mathias Honsak, davor Stammspieler, stand seitdem nicht mehr in der Startelf. Erich Berko und Aaron Seydel kamen ebenfalls nicht mehr von Beginn zum Einsatz, Braydon Manu spielte gar zuletzt Ende Oktober.

Mit und ohne Sicherung

„Klar, wir haben umgestellt“, sagt Anfang. Ob man künftig wieder vermehrt Außenspieler in die Elf nehme, habe auch etwas damit zu tun, welche Optionen der Gegner biete. Als Opfer des neuen Systems gehen die etatmäßigen Flügelspieler beim Trainer aber nicht durch. Bei einer Viererkette  habe der offensive Mittelfeldspieler auf dem Flügel mit dem Außenverteidiger natürlich eine Sicherung hinter sich. Bei einer Dreierkette müsse man sich die Spielsituationen „ein bisschen anders ziehen“, sagt der Trainer. Aber man bekomme sie auch.

„Am Ende tragen die Jungs selber dazu bei, ob sie ihre Spielanteile bekommen oder nicht“, stellt Anfang klar. Er verweist darauf, dass Honsak, Seydel und Berko auch im Zentrum spielen könnten. Und Manu habe bei seinem vorherigen Verein Halle mit einer Dreierkette auch allein auf der Außenbahn gespielt.

Wer vom neuen System beim SV Darmstadt 98 profitiert

Im Training setze man die Spieler auf verschiedenen Positionen ein. „Da jeder hat die Möglichkeit, sich dort zu empfehlen“, sagt der Lilien Coach und fügt an:  „Es gibt keinen Platz, der in Stein gemeißelt ist. Das ist alles offen. Das können sie sich alles mit Leistung holen.“ Das heißt im Umkehrschluss: Keiner der hier genannten Spieler konnte sich im Training nachhaltig empfehlen.

Von Anfangs Systemumstellung haben auch Spieler profitiert. Der Südkoreaner Seung-ho Paik, dessen Stärken klar im zentralen Mittelfeld liegen, stand seitdem immer in der Startelf und war sowohl gegen Fürth wie im Pokal gegen Dresden überragender Lilien-Spieler.

Und auch ein Flügelspieler konnte sich wieder in den Vordergrund kämpfen: Tim Skarke verlor zwar wie Honsak nach dem Aue-Spiel zunächst seinen Stammplatz. Gegen Fürth kam er als Notlösung auf der rechten Außenbahn zum Einsatz. Dort spielte er sich dann fest und verdrängte zuletzt die etatmäßigen Rechtsverteidiger Matthias Bader und Patrick Herrmann. Oder um es mit Anfangs Worten zu sagen: „Es liegt an den Spielern selber, was sie daraus machen.“

Seung-ho Paik, VfL Bochum - SV Darmstadt 98

Seung-ho Paik ist seit der Umstellung auf Dreierkette Stammspieler

Bildquellen

  • boc-svd-2020-21-blog-013: Arthur Schönbein
  • F95-SVD-2020-21-blog-005: Arthur Schönbein

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