Wenn bei der Partie gegen Hannover 96 (Sonntag, 13.30 Uhr ) Zuschauer am Böllenfalltor, müsste sich Marcel Franke auf ein gellendes Pfeifkonzert der Lilien-Fans einstellen. Denn vielen in Darmstadt sind die Umstände seines Abschieds im Sommer 2019 bitter aufgestoßen. 

Dabei hatte Frankes Gastspiel in Darmstadt in der Saison 2018/19 wirklich gut begonnen. Als Leihgabe des damaligen englischen Zweitligisten Norwich City kam er ans Böllenfalltor. Auf Anhieb wurde er Stammspieler, stieg zum Vizekapitän auf und überzeugte auch jenseits des Platzes mit klaren Worten.

Als er sich kurz vor Saisonende via „Bild“-Zeitung aus Darmstadt verabschiedete, um sich bei seinem inzwischen aufgestiegenen Verein Norwich den Traum von der Premier League zu verwirklichen, stieß das vor allem auf Bedauern im Umfeld der Lilien. Dass er dann wenige Wochen später beim Liga-Konkurrenten Hannover anheuerte, löste jedoch als positivste Reaktion Unverständnis aus.

Marcel Franke: Pfeiffer statt Pfeifkonzert

Vergangene Saison hatte der inzwischen 27-Jährige bereits einmal mit Hannover in Darmstadt gastiert. Bei dem Geisterspiel blieb ihm zwar ebenfalls ein Pfeifkonzert erspart. Allerdings wurde er zur tragischen Figur. In der Schlussminute prallte ein Ball von seiner Brust ins eigene Tor und Hannover verlor mit 2:3.

Gutgeschrieben wurde der Treffer allerdings dem damaligen Lilien-Startelf-Debütanten Patric Pfeiffer, der den Ball auf Frankes Brust geköpft hatte. Dass Pfeiffer als Innenverteidiger zudem die gleiche Position wie einst Franke in Darmstadt bekleidete, war eine weitere kurios-ironische Wendung der Ereignisse.

Weitere Fun Facts

Marcel Franke ist gebürtiger Dresdner. Er war der erste von drei Leihspielern bei den Lilien auf der Innenverteidiger-Position in Folge, die alle Dresdner Hintergrund haben. Nach ihm kam Dario Dumic, der in der Spielzeit davor für die Sachsen am Ball gewesen war. Heute spielt der gebürtige Dresdner Lukas Mai (Leihgabe von Bayern München) als Innenverteidiger bei den 98ern. Und Mais älterer Bruder Sebastian spielte wiederum einst im Nachwuchs von Dynamo gemeinsam mit Franke. So schließt sich der Kreis.

Bildquellen

  • DSC-D98-2018-19-005: Arthur Schönbein

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