Für die Auswechslung von Tobias Kempe hatte Trainer Markus Anfang eine stichhaltige Begründung. Bei Serdar Dursun war die Argumentation des Lilien-Coaches dagegen weniger überzeugend. Dass die Mannschaft nach großem Kampf und über weite Strecken ansehnlichem Pokal-Spiel bei Holstein Kiel dann im Elfmeterschießen verlor, lässt sich allerdings nicht auf die Wechsel schieben.

In der 82. Minute hatte Anfang beim Stand von 0:1 die letzten drei Wechsel vorgenommen: Er nahm Victor Palsson, Tobias Kempe und Felix Platte vom Feld und brachte dafür Nicolai Rapp, Seung-ho Paik und Serdar Dursun. Keine vier Minuten später gelang Dursun der Ausgleich. Alles richtig gemacht? Darüber kann man zumindest diskutieren.

Kempe war angeschlagen

Vizekapitän Kempe ist als Standardexperte auch erster Elfmeterschütze der Lilien. Im Elfmeterschießen hätte er dem Team gut zu Gesicht gestanden. Dass er das Feld verließ, hatte jedoch körperliche Gründe. Der 31 Jahre alte Vizekapitän war angeschlagen, hatte Wadenprobleme. Wie schwerwiegend diese Probleme sind, war am Tag danach noch nicht klar. Doch dass hier die Gesundheit des Spielers Vorrang hat, ist selbstverständlich.

Holstein Kiel - SV Darmstadt 98

Serdar Dursun macht sich bereit – doch erst in der 82. Minute wird er eingewechselt

Markus Anfang: „Serdar ist ein bisschen später in die Partie gekommen“

Anders gestaltet sich die Lage beim Wechsel Platte-Dursun-Wechsel. Platte (1 Saisontor) hatte – etwas überraschend – den Vorzug vor Dursun (9 Liga- und 2 Pokaltore) erhalten. Er machte seine Sache vor allem in der ersten Halbzeit gut, war torgefährlich und lief – permanent angetrieben von seinem Coach – die Kieler Defensivspieler immer wieder an. Doch in der zweiten Halbzeit wurde er zusehends müder. Palsson hatte während der Partie mehrfach „Dursun“ in Richtung Trainerbank gerufen. Aber erst acht Minuten vor Ende der regulären Spielzeit entschied sich Anfang für den Wechsel.

„Serdar ist ein bisschen später in die Partie gekommen. Das hatte aber auch den Grund, dass Felix gut im Spiel war“, sagte Anfang danach. „Wir mussten auch gucken, wann wir wechseln, weil wir nicht absehen konnten, ob wir das Tor noch machen und in die Verlängerung müssen.“ Letztlich habe der Zeitpunkt des Wechsels ja noch gepasst: Das Tor sei gefallen und die Mannschaft in die Verlängerung gekommen, fand zumindest Anfang. Ob Dursun bei einer früheren Einwechslung für den ausgepumpten Platte noch mehr Wirkung gehabt hätte? Fahrradkette!

Bildquellen

  • KSV-SVD-2020-21-Pokal-019: Arthur Schönbein
  • KSV-SVD-2020-21-Pokal-022: Arthur Schönbein

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