Wenn Darmstadt Schalke wäre, hieße der Trainer jetzt wieder Dimitrios Grammozis. Der Gedanke wird bei der einen und womöglich bei anderen auch Schnappatmung verursachen. Denn Grammozis war keineswegs bei allen Lilien-Fans beliebt. Trotz aller Kritik: Die 16 Monate unter dem in Wuppertal geborenen Griechen waren mit Blick auf die Punktausbeute die erfolgreichsten seit der ersten Zeit unter Dirk Schuster zwischen 2012 und 2016 mit zwei Aufstiegen.

Wenn Darmstadt Schalke wäre, stünde es abgeschlagen am Tabellenende mit der schlechtesten Liga-Bilanz seit Jahrzehnten. Trotz des enttäuschenden Saisonverlaufs und des zunehmend bedenklichen Negativtrends mit sieben Niederlagen in zehn Spielen: Der SV Darmstadt 98 steht derzeit mit vier Punkten Abstand zu einem Abstiegsplatz auf Rang 14.

Wieso der Vergleich mit Schalke? Weil in den vergangenen Tagen im Umfeld des Vereins mehrfach Rufe nach einem ähnlich radikalen Schnitt wie bei Schalke mit dem Austausch der kompletten sportlichen Führung einschließlich Präsidium laut wurden.

Eine völlig absurde Forderung. Es war vor allem die ruhige und verlässliche Hand der Führung, die aus dem insolventen Skandalclub in der 4. Liga einen seriösen Verein gemacht hat, der trotz anfangs widrigster Bedingungen zwei Jahre Bundesliga und zuletzt drei Jahre 2. Liga gespielt hat.

Gerade hat Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch betont, dass das Präsidium in dieser angespannten Phase Ruhe austrahlen müsse. Das hatte sich auch bei Grammozis ausgezahlt, der die Mannschaft nach einer Krise im Herbst noch auf Rang fünf führte. Zugleich hat Fritsch aber klargestellt, dass man „absolut problemsensibilisiert“ sei und einen Drittliga-Abstieg unbedingt verhindern müsse.

Wenn die sportliche Talfahrt weitergeht, wird das Lilien-Präsidium handeln – so wie es das bei Norbert Meier, Torsten Frings oder sogar bei Aufstiegsheld Schuster getan hat. Und dann müsste man sich auch Fragen nach der weiteren Verantwortung stellen.

Aber so weit ist es noch nicht. Wenn Darmstadt Schalke wäre, hätte es bereits den fünften Trainer in dieser Saison. Da ist man in Darmstadt aus (zumindest jüngerer) Tradition anders. Zum Glück!

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4 Comments

  • Andreas sagt:

    Na dann wünsch ich dem Dimi mal viel Glück. Nachdem er schon fast geteert und gefedert von den Fans verbal vom Hof gejagt wurde, liefs dann in der letzten Rückrunde so gut, dass ihm plötzlich (fast) alle Herzen zuflogen sind (warum auch immer, eine spielerische Weiterentwicklung habe ich auch zu diesem Zeitpunkt nicht gesehen). Keine Ahnung was dann vorgefallen ist, aber die Begründung von wegen mangelndem Vertrauen finde ich bis heute echt lame. Und deshalb habe ich bei seinem Abschied nur gedacht: „und tschüss…“

  • Andreas sagt:

    Ach ja, was die Rufe nach einem radikalen Schnitt angeht… wen die Weisheit mit großem Löffel gefressen wird, muss man leider mit (verbalen) Blähungen rechnen.

  • Miros66 sagt:

    Gude, mag den Spielstil von Ihm(Grammozis) net, nur wäre der mir jetzt echt, mit den entsprechenden Punkten lieber
    als unsere Auftritte als Lächerlichkeits Kabinett!
    Genug gebabbelt!
    Liefern, Herr Anfang!

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