Kampf und Coaching, blutige Turbane und ein emotionales Fanvideo – einen Tag dem wichtigen Auswärtssieg beim SC Paderborn hat Marcel Schuhen das Spiel und die aktuelle Situation analysiert. Wir haben das Mediengespräch mit dem Lilien-Keeper nach Stichworten gegliedert. Marcel Schuhen sagte über …

das Spiel in Paderborn:

Es war ein total verrücktes Spiel, das zur gesamten Saison gepasst hat. Der Unterschied war: Wir haben das Ding gezogen. In der zweiten Halbzeit kam bei uns das Gefühl auf: scheißegal, wie viele Tore sie uns noch aberkennen oder auf was für Ideen er (der Schiedsrichter) noch kommt. Wir waren fest davon überzeugt, das Ding noch zu drehen und zu gewinnen. Trotzdem war trotzdem ich dann froh, als der Schiedsrichter abgepfiffen hat. Gestern ging es nur um das Ergebnis. Wir haben natürlich die Ambitionen, den Fußball hier in Darmstadt weiterzuentwickeln. Das hat aber in dieser Saison nicht immer funktioniert. Deswegen ging es jetzt darum, uns erst einmal zu stabilisieren.

Abstiegskampf:

Unser Vorteil ist, dass der Kampf in der Mannschaft steckt. Wir haben Spielertypen, die auch mal gegen Widerstände ankämpfen können. Schöner Fußball war das gestern nicht. Wir waren torgefährlich ohne Ende, unabhängig wie wir das rausgespielt haben. Ich selbst hatte gefühlt keinen Kurzpass gestern. Aber das war gestern auch nicht gefragt. Wir ziehen aus dem Spiel raus, dass wir drei Punkte gegen einen Gegner geholt haben, die wir in der Hinrunde nicht geholt haben. Mehr aber auch nicht. Die Art und Weise, wie wir Zweikämpfe geführt haben, wie wir uns unterstützt haben – das muss für einen Spieler des SV Darmstadt 98 eine Selbstverständlichkeit sein. Das war aber gefühlt nicht immer da. Wir müssen uns zwingen, das in jedem Spiel zu machen. Es ist immer noch eine angespannte Situation.

sein Coaching für Patric Pfeiffer:

Es ist meine Pflicht, als erfahrenerer Spieler einem jüngeren Spieler zu helfen, gerade wenn er als Innenverteidiger nach sieben Minuten die Gelbe Karte hat. Dafür hat der Junge ein super Spiel gemacht. Und ich glaube, dass es den Leuten in Darmstadt eh ganz gut gefällt, wenn Spieler mit einem Turban auf dem Platz rumrennen (schmunzelt). Und das zweite Tor war ein klares Foulspiel.

die Appelle von Carsten Wehlmann und Rüdiger Fritsch:

Der Kreis, den wir vor dem Spiel gebildete haben, war sinnbildlich. In diesem Kreis standen nur die Jungs, die in Paderborn dabei waren. Das haben wir uns gut überlegt. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst. Dass in einer solchen Phase so etwas gesagt wird, ist klar. Wehle oder der Präsident haben ja nicht die Fußballschuhe an. Das hat uns nicht mehr oder weniger motiviert. Aber wir haben gezeigt, dass die Geschlossenheit in der Truppe sehr groß ist.

Carsten Wehlmann, rechts, mit Marcel Schuhen

Keeper Marcel Schuhen im Gespräch mit Carsten Wehlmann (der ohne Fußballschuhe)

das Video der Fans:

Da war gestern eine unglaubliche Energie auf dem Platz. Dazu haben auch die Fans mit ihrem Video beigetragen, in dem verschiedene Fanlager Emotionen gezeigt haben, vom kleinen Jungen bis zum erfahrenen Fan, der schon alles gesehen hat. Ich bin guter Dinge, dass das Spiel gestern ein Wendepunkt sein kann. Es wird unsere Aufgabe sein, das Kämpferische mit dem Spielerischen wieder zu verbinden. Aber wir wissen, worauf es jetzt gerade ankommt. Es waren zwar keine Fans im Stadion, aber gefühlt waren sie dabei. Das war gestern etwas ganz Besonderes. Ich habe das Video gesehen und da ist mir klar geworden, wie besonders es ist, Fußballer zu sein und solche emotionalen Situationen erleben zu dürfen. Wir haben eine scheißwichtige Verantwortung für diesen Verein.

 

Bildquellen

  • D98-RWD-Test-2019-20-008: Arthur Schönbein
  • SSV-SVD-2020-blog-013: Arthur Schönbein

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