Wenn man Mathias Honsak auf die Systemumstellung beim SV Darmstadt 98 anspricht, muss er schmunzeln. Vor dem Spiel gegen den SC Paderborn hatte Trainer Markus Anfang gefordert, den Fokus auf die Defensive zu verschieben und „gnadenlos zu verteidigen„. Danach haben die Lilien sieben Tore in zwei Spielen erzielt.

„Ich finde es lustig anzuschauen, wenn wir sagen, wir legen den Fokus auf die Defensive und kommen dann trotzdem zu so vielen Torchancen und machen die auch noch rein“, erklärt der 24 Jahre alte Offensivspieler, der selbst von der Umstellung stark profitiert.

„Das System tut uns im Moment gut“, sagt der Österreicher. „Wir kommen in viele gute Umschaltsituationen, in denen wir mit Überzahl auf den Gegner zulaufen. So kommen wir auch zu Torchancen – gerade mit unseren schnellen Flügelspielern.“

Zwei Spiele, ein Tor und drei Assists für Mathias Honsak

Nach Torjäger Serdar Dursun mit fünf Treffern sind Honsak auf der linken Außenbahn und Tim Skarke auf der anderen Seite die Gewinner der vergangenen Spiele. Gegen Paderborn holte Honsak den Elfmeter heraus und bereitete den Ausgleich vor. Gegen Aue ging die Vorbereitung des Führungstores ebenso auf sein Konto wie der letzte Treffer, den er selbst erzielte. „Ich freue mich, wenn ich Tore und Assists mache“, sagt Honsak. „Daran wird ein Offensivspieler gemessen.“

Gerade drei Wochen ist das Spiel beim FC St. Pauli her. Danach wurde Honsak viel gescholten. Beim Stand von 2:2 war er allein auf den Hamburger Keeper zugelaufen und hatte den Ball nicht im Tor untergebracht. Am Ende verloren die Lilien 2:3. „Ich wusste, dass ich die Chance hatte, uns in Führung zu bringen“, sagt Honsak rückblickend. Er habe eine Nacht darüber geschlafen, dann sei es weitergegangen.

Sonderschichten zahlen sich aus

„Du wirst nur besser, wenn Du an Deinen Schwächen arbeitest“, sagt Honsak. Situationen wie im St. Pauli-Spiel habe die Mannschaft zuletzt im Training verstärkt geübt und sogar noch Sonderschichten dafür eingelegt: Ball in den Lauf und eins gegen eins auf den Torhüter. „Man sieht, dass sich das bezahlt gemacht hat“, freut sich der Spieler.

Sein 4:1 gegen Aue war genau so eine Eins-gegen-Eins-Situation. Honsak blieb cool, weil er die Situation im Training geübt hatte. „So hatte ich in dem Moment das Selbstvertrauen und wusste, was zu tun ist.“

Mathias Honsak, SV Darmstadt 98 - Erzgebirge Aue

„Ich wusste, was zu tun ist“ – Mathias Honsak bei seinem Tor gegen Aue

Drei Siege in Folge als nächstes Ziel

Das Tor gebe ihm nun Selbstvertrauen für die nächsten Spiele. Die Stimmung sei zwar gut, sagt er, warnt aber zugleich: „Wir dürfen uns nicht darauf ausruhen. Wir haben jetzt zwei Siege hintereinander geschafft. Aber drei Siege in Folge fehlen uns noch in dieser Saison.“

Der dritte Sieg hintereinander soll im Spiel gegen Mitkonkurrent Braunschweig her, um sich weiter von der Abstiegszone zu distanzieren. Danach ist erstmal Länderspiel-Pause. Im vergangenen Herbst war Honsak bereits einmal auf Abruf für die österreichische Nationalmannschaft nominiert worden. Derzeit sei ihm nichts zu Ohren gekommen über eine weitere Nominierung, sagt er. Aber wenn er seine Leistung stabilisiert, dürfte Österreichs Teamchef Franco Foda auf Dauer nicht an Honsak vorbeikommen.

Bildquellen

  • SVD-aue-2020-21-blog-034A: Arthur Schönbein
  • SVD-aue-2020-21-blog-013: Arthur Schönbein

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