Trotz des Sieges für den SV Darmstadt 98 und der besten Rückrunde seit der Rückkehr in den Profifußball – freuen konnte sich Trainer Markus Anfang nach Saisonende nicht so richtig. „Am liebsten würde ich jetzt gerade weglaufen hier“, sagte der Lilien-Coach nach dem 3:2 bei Holstein Kiel.

„Ich habe im Vorfeld gesagt, dass ich mir einen Sieg für uns wünsche und dass Kiel trotzdem aufsteigt. Das ist leider nicht eingetreten“, sagte er. Kiel war seine erste Profi-Trainerstation gewesen, die Verbindungen in den hohen Norden sind noch immer eng.

Zwischen 2016 und 2018 hatte Anfang die Mannschaft erst zum Zweitliga-Aufstieg und dann in die Relegation zur Bundesliga geführt. Die Situation, in der nun sein Nach-Nachfolger Ole Werner steckt, kann Anfang gut nachempfinden, nachdem Kiel jetzt mit zwei Niederlagen in den letzten beiden Spielen den fast sicheren direkten Aufstieg noch aus der Hand gegeben hat: „Ich kenne das selber“, sagt er. „Wir haben damals eine überragende Hinrunde gespielt, sind Herbstmeister geworden, dann noch abgefangen worden und in der Relegation gescheitert.“

Der SV Darmstadt 98 mal wieder als Spielverderber

Die Situation ist aber nicht nur deswegen schwierig für ihn. Denn in der Relegation trifft Kiel auf den 1. FC Köln. Den hatte der gebürtige Kölner Anfang in der Saison 2018/19 betreut, die Mannschaft quasi schon in die Bundesliga geführt, ehe er nach einem 1:2 gegen Darmstadt kurz vor Saisonende freigestellt wurde.

„Ich habe mit Köln den Wiederaufstieg damals unter schwersten Bedingungen geschafft“, sagte er. Dabei verwies er unter anderem auf die Probleme des Hamburger SV, der nunmehr in die vierte Saison als Zweitligist geht. „Die Mannschaft war durch, als man mich damals entlassen hat. Aber der Verein an sich, dieser Club, der kann ja nichts dafür, dass es so gekommen ist.“ Nun also Kiel gegen Köln in der Relegation. „Ich hätte mir alles gewünscht, aber diese Konstellation nicht“, sagte Anfang.

Die Rolle des Spielverderbers für Kiel wollte Anfang aber nicht annehmen, schließlich liegt ihm zunächst das Wohl seines aktuellen Arbeitgebers am Herzen. Natürlich wolle er mit der Mannschaft jedes Spiel gewinnen. Vor allem sei es um richtig viel gegangen – und damit meinte er nicht nur das schließlich erreichte Ziel, die beste Rückrunde des Vereins zu spielen.

SV Darmstadt 98 - FC Heidenheim

„Nahezu perfekt“ – auch Victor Palsson wird die Lilien wohl verlassen

Palsson-Wechsel zu Schalke „nahezu perfekt“

Mit dem Sieg in Kiel schoben sich die Lilien um einen Platz nach oben auf Rang sieben. Jeder bessere Tabellenplatz beschert dem Verein zusätzliche Fernseheinnahmen im oberen sechsstelligen Bereich. Und das Geld brauchen die Lilien dringend, um auch kommende Saison eine wettbewerbsfähige Mannschaft zu stellen. Mehrere Stammspieler verlassen den Verein. „Wir verlieren einige Spieler und müssen uns dementsprechend neu aufstellen“, sagte Anfang.

Am schwersten wiegt der Abgang von Torschützenkönig Serdar Dursun, dem mehrere Angebote vorliegen, der sich aber noch nicht entschieden hat. Doch auch bei Defensivleader Victor Palsson stehen die Zeichen auf Abschied. Zwar ist der Wechsel zu Schalke 04 – anders als vom Sky-Kommentator behauptet – noch nicht komplett vollzogen. Aber er ist „nahezu perfekt“, wie der Lilienblog aus zuverlässiger Quelle erfuhr.

 

Was für einen Abschied von Victor Palsson spricht

Bildquellen

  • SVD-FCH-2020-21-blog-028: Arthur Schönbein
  • boc-svd-2020-21-blog-029: Arthur Schönbein

2 Comments

  • Andreas sagt:

    Hoffentlich meint er das mit dem Weglaufen nicht wortwörtlich. Unzufriedenheit mit der Kaderplanung und nun das Fortuna-Gerücht in der BILD…

    • Stephan Köhnlein sagt:

      Ja, hoffen wir mal. Jetzt auch noch ein neuer Trainer wäre suboptimal. Auch wenn Anfangs Unzufriedenheit nicht von der Hand zu weisen ist. Und Fortuna ja auch ein Herzensverein für ihn ist.

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