Zwischen Held und Verlierer liegen manchmal nur wenige Zentimeter. Das hat Patric Pfeiffer im DFB-Pokal-Spiel des SV Darmstadt 98 gegen den TSV 1860 München besonders schmerzhaft erfahren.

Kurz vor Schluss scheiterte der eingewechselte Innenverteidiger mit einem Kopfball aus sechs Metern an Löwen-Torhüter Marco Hiller, der glänzend parierte.

Wenige Minuten später im Elfmeterschießen stand er dem Keeper wieder gegenüber. Seinen Schuss ins linke Eck parierte der überragende Hiller erneut. Weil alle anderen Schützen ihre Elfmeter verwandelten, sorgte Pfeiffers Fehlschuss für die Entscheidung – und damit für das Erstrunden-Aus der Lilien.

Kritik an Pfeiffer gab es danach nicht – ganz im Gegenteil: “Für mich bleibt er ein Held”, sagte Trainer Torsten Lieberknecht. “Er hat in der Zeit, die er auf dem Platz hatte, gezeigt, welche Qualität er hat. Und dann hat er sich noch den Ball geschnappt. Aber der Keeper hat super gehalten. Kein Vorwurf, ich bin sehr stolz auf ihn.”

Harte Zeiten für Patric Pfeiffer

Pfeiffer hat eine harte Zeit hinter sich. Im Frühjahr im Spiel beim Hamburger SV riss er sich das Syndesmoseband und viel wochenlang aus. In der Vorbereitung arbeitete er sich wieder an die Mannschaft heran. Lieberknecht setzte den schlacksigen Abwehrspieler sogar auf der ungewohnten Sechserposition ein, damit er wieder die nötige Fitness bekommt.

Patric Pfeiffer und Marcel Schuhen, SV Darmstadt 98

Patric Pfeiffer (links) arbeitete sich wieder heran – hier im Trainingslager mit Marcel Schuhen

Zugleich schwärmte der Coach vom Potenzial des gebürtigen Hamburgers mit ghanaischen Wurzeln, dessen Vertrag bei den Lilien in der vergangenen Saison vorzeitig um ein Jahr bis 2023 verlängert worden war.

Überraschende Rückkehr nach Corona-Zwangspause

Doch dann der Schock: Pfeiffer wurde ebenso wie Braydon Manu und Frank Ronstadt positiv auf Corona getestet. Dass er gegen die Löwen überhaupt im Kader stand, war eine der zahlreichen personellen Überraschungen. Schließlich hatte Lieberknecht noch wenige Tage zuvor gesagt, dass er einen Einsatz eigentlich nicht verantworten könne.

Zu Begin der Verlängerung ersetzte Pfeiffer den völlig ausgepumpte Thomas Isherwood, der in seinem ersten Startelf-Einsatz für die Lilien bis auf einen Wackler in der Anfangsphase eine gute Partie geboten hatte. Auch Pfeiffer spielte stark – und wurde am Ende wegen ein paar Zentimetern doch zum tragischen Helden.

Bildquellen

  • Trainingslager-svd-2021-22-blog-0043: Arthur Schönbein
  • Pfeiffer-Patric-05 Kopie: Arthur Schönbein

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