Pogo nach dem Kantersieg, afrikanische Wildtiere und unkonventionelle Rechnungen – das war die Woche beim SV Darmstadt 98 aus Sicht von Lilienblog-Autor Stephan Köhnlein.
Sonntag
Hatte hier irgendwann mal jemand gesagt, dass Auswärtsspiele mit den Lilien in dieser Saison doof sind? Humbug! Das 6:1 in Sandhausen war großartig. Aber auch mal ganz ehrlich: So klar wie das Ergebnis war das Spiel nicht.
Nach der frühen Führung fiel den Lilien zunächst nicht mehr viel ein. Sandhausen glich aus, hatte kurz darauf die Chance zur Führung. Es hätte völlig anders kommen können, wenn die Lilien vor und kurz nach der Pause nicht zum richtigen Zeitpunkt getroffen hätten.
Das hätte auch anders enden können – die Partie SV Sandhausen – SV Darmstadt 98
Dass Torsten Lieberknecht sich beim Gang zum Fanblock nach der Partie zurückhielt, begründete er damit, dass der Applaus der Mannschaft gehöre. Eine andere These kursiert allerdings auch: Vielleicht hatte er Angst vor dem anschließenden Pogo-Tanz? Wer hat eigentlich genau gesehen, wer den Coach dabei umgehauen hat?
Montag
Auf die Frage nach dem Lilien-Spieler des Spieltags gab es wie so oft nach den jüngsten Siegen immer wieder die Antwort: Man kann keinen hervorheben, die ganze Mannschaft war stark. Das finde ich zu undifferenziert.
Beispiel eins: Benjamin Goller mit seinem bislang stärksten Auftritt bei den Lilien, ein Tor und ein Assists, aber auch immer wieder noch (?) hängen geblieben. Gut, aber nicht sehr gut.
Zweitens: Phillip Tietz mit zwei Toren, enormem Aufwand, aber auch mit dem Doppelfehler vor dem Ausgleich und den Lässigkeiten, als die Partie schon entschieden waren. Sehr gut, aber nicht überragend.
Und Luca Pfeiffer mit ebenfalls zwei Toren einer Großchance, die der Sandhäuser Keeper grandios parierte und einem Tor, das Tietz mit seiner Abseitsstellung ungültig machte. Ganz stark!
Selbst bei den drei besten Lilien-Spielern gab es also Leistungsunterschiede. Und im Vergleich zu den anderen acht erst recht.
Mittwoch
Benjamin Goller spricht von den „Büffeln“ Phillip Tietz und Luca Pfeiffer, die im Sturm die Gegenspieler auf sich ziehen und so Platz schaffen für die Außenspieler.
Wenn Tietz und Pfeiffer Büffel sind – ist das schnelle und wendige Leichtgewicht Goller dann die Antilope? So richtig in den Mund legen lässt der Spieler sich den Vergleich nicht. Aber das Bild ist trotzdem gut.
Torsten Lieberknecht antwortet auf die Frage, welches Tier er denn als Spieler gewesen sei, übrigens augenzwinkernd: das fleißige Bienchen.
Die Antilope trifft – Benjamin Goller erzielt sein erstes Saisontor für den SV Darmstadt 98
Donnerstag
Ich war noch niemals auf dem Halberg … Um den einstigen Spielort des SV Wehen ranken sich Geschichten von legendären Spielen und Schneefällen zu Jahreszeiten, in denen man anderswo noch kurzärmlig unterwegs war. Doch der Halberg muss weiter auf mich warten. Das Testspiel gegen Wehen Wiesbaden wird kurzfristig wegen Personalmangels bei den Gastgebern abgesagt.
Diskussion über die Lieberknecht-Bilanz des Lilienblogs nach großzügig gerundeten 100 Tagen zum sportlich-tabellarischen Abschneiden, das prinzipiell noch steigerungsfähig ist: „Da bis du etwas kritisch unterwegs“ – „Kritisch sein ist mein Job. Ehrlich gesagt traue ich dem Braten noch nicht so ganz“ – „Wahrscheinlich wolltest du nur etwas finden, damit du nicht die ganze Zeit im Fazit ‚positiv‘ schreiben musst.“
Kritischer Blick – nicht nur bei Torsten Lieberknecht
Freitag
Bevor sich die Lilien in einen Kurzurlaub bis Dienstag begeben, muss Emir Karic nochmals vor den Journalisten ran. Der Österreicher ist für Journalisten ein dankbarer Gesprächspartner. Beste Passage: „Wir hoffen, dass wir die Bremer dann mit 13 Mann niederringen werden“, sagt Karic. Mit 13 Mann? „Das Publikum ist der 12. Mann. Und weil doppelt so viele kommen dürfen wie bisher, zählt das Publikum für zwei“, erklärt er seine Rechnung.
Wochenende
Wer interessiert sich für Länderspiele? Wieso spielen die Lilien nicht? Hoffentlich kommt die Mannschaft besser aus der Länderspielpause als beim letzten Mal. Schließlich ist der nächste Gegner ein ganz besonderer.
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Bildquellen
- SVS-SVD-2021-22-0009a: Arthur Schönbein
- SVS-SVD-2021-22-0027: Arthur Schönbein
- SVD-FCH-2021-22-blog-0001c: Arthur Schönbein
- SVD-OSN-2019-20-sonstiges-004: Arthur Schönbein

