Es war ein aufopferungsvoller und leidenschaftlicher Kampf, mit dem sich der SV Darmstadt 98 im zweiten Durchgang gegen den Druck des FC St. Pauli stemmte. Am Ende fuhr das Team so einen wichtigen Sieg im Kampf um den Bundesligaaufstieg ein und steht drei Spieltage vor Schluss auf Rang drei. Getragen wurde die Mannschaft dabei auch von den “Du musst kämpfen”-Motivationsbändern und dem damit verknüpften Geist, der eng mit den großen Erfolgen des Vereins verknüpft ist.

Zur Erinnerung: Es war im Jahr 2014, als der krebskranke Jonathan “Johnny” Heimes die Motivationsbändchen an die Spieler des SV Darmstadt 98 verteilte. Zuvor hatte die Mannschaft das Hinspiel der Relegation gegen Arminia Bielefeld am Böllenfalltor 1:3 verloren. Im Rückspiel drehte sie das Ergebnis mit einem 4:2-Auswärtssieg und stieg in die 2. Liga auf. Die Partie ging als das “Wunder von Bielefeld” in die Vereinsgeschichte ein. Heimes verlor im Jahr 2016 seinen langen Kampf gegen die Krankheit. Doch sein Vermächtnis lebt auch am Böllenfalltor weiter.

“Ein ganz großer Teil vom SV Darmstadt 98”

Bereits in der Pressekonferenz vor dem Spiel hatte Trainer Torsten Lieberknecht am Donnerstag den “Du musst kämpfen”-Geist beschworen und von seiner Mannschaft gefordert, dass sie genau „diese Aufsteh-Mentalität zeigt, bis gar nichts mehr geht“. Was zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt war: Ein Fan hatte ihm einen Satz der Armbänder zugeschickt.

FC St. Pauli - SV Darmstadt 98

Bei der Partie gegen St. Pauli liefen die Spieler dann mit dem Motivationsbändchen auf. Allein haben sie sicher nicht zum Sieg beigetragen. Aber geschadet haben sie sicher auch nicht. Von den aktuellen Spielern im Kader haben nur Tobias Kempe und Kapitän Fabian Holland Heimes noch erlebt.

Kempe habe seinen Mitspielern bei einem Spaziergang am Morgen vor dem Spiel die Hintergründe der Geschichte nochmals erzählt. „Die Bändchen sind ein ganz großer Teil vom SV Darmstadt 98“, sagte Lieberknecht später. Da stecke eine sehr emotionale Geschichte dahinter, die vielen Kraft gegeben habe.

“Wie eine Klette dranbleiben”

Am Ende stand der erste Sieg für die Lilien in der Rückrunde gegen einen direkten Konkurrenten im Aufstiegskampf. Bei der Einordnung des Ergebnisses wandte sich der Coach allerdings etwas: „54 Punkte, wir sind Dritter. Das zur Tabellensituation“, erklärte er knapp und fügte auf Nachfrage an: „Es ist wichtig, wie eine Klette dranzubleiben und sich nicht abschütteln zu lassen.“ Eben ganz im Sinne von “Du musst kämpfen!”

Bildquellen

  • FCSP-SVD–2021-22-blog-0055d: Arthur Schönbein
  • FCSP-SVD–2021-22-blog-0055c: Arthur Schönbein

Ein Kommentar

  • Jürgen sagt:

    Johnny wäre stolz auf diese Truppe gewesen! TL hat zum Saisonende die Psychokiste aufgeklappt. Ganz schön clever. Von mir aus kann die IV bis zum Sanktnimmerleinstag mit Johnny-Bändchen spielen-aber bitte so wie gestern und nicht wie gegen Schalke!

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