Fast hätte Jannik Müller gegen Hannover sein zweites Saisontor für den SV Darmstadt 98 erzielt. Doch seinen Schuss aus kurzer Distanz wehrte Hannovers Verteidiger Phil Neumann im Stile eines Handballtorhüters ab (siehe Foto). Schiedsrichter Benjamin Cortus ließ trotz heftiger Proteste der Lilien zunächst weiterlaufen, ehe ihn der Videoassistent anfunkte. Nach Studium der Videobilder entschied Cortus dann auf Elfmeter und stellte Neumann vom Platz. Auch wenn Tobias Kempe mit dem Strafstoß an Ex-Nationalspieler Ron-Robert Zieler scheiterte und die Lilien auch danach noch eine Menge Arbeit hatten – Müller hatte seine Mannschaft mit der Szene in den womöglich entscheidenden Vorteil auf dem Weg zum Sieg gebracht. Dabei plagt er sich schon seit einiger Zeit mit Schmerzen herum.

“Es war auf jeden Fall ein schweres Spiel. Wir wussten, dass da ein harter Brocken auf uns zukommt”, sagte der 28 Jahre alte Defensivspieler. “Umso glücklicher sind wir, dass wir das Spiel gewonnen haben.” Müller hat sich in dieser Saison in der Mannschaft der Lilien festgespielt – meist als Innenverteidiger, gegen Hannover und zeitweise gegen St. Pauli auch auf der ungewohnteren Sechserposition.

“Ich habe über Jahre hinweg regelmäßig Innenverteidiger gespielt. Da kennt man die Abläufe noch besser und deswegen fühle ich mich da einen Tick wohler”, sagt der frühere Dresdner und fügt schmunzelnd an: “Aber es geht notfalls auch auf der Sechs.” Tatsächlich bot Müller auf der Abräumerposition erneut eine souveräne Leistung. Nachdem er in der ersten Saison kein Stammspieler war und zeitweise nicht einmal zum Kader gehört hatte, wird er nun mit zunehmender Spielpraxis immer sicherer und damit auch besser.

Was Jannik Müller derzeit zu schaffen macht

Dabei spielt er derzeit mit Schmerzen. Das Sprunggelenk ist an zwei Stellen entzündet. “Das geht ohne Ruhe nicht weg”, sagt er. Deswegen halte er derzeit keine 90 Minuten durch. Wie schon in der Vorwoche gegen St. Pauli musste Müller vorzeitig vom Platz.

Die Schlussviertelstunde fieberte er dann von der Bank aus mit. “Wenn man auf dem Platz ist, ist man auf jeden Fall entspannter. Wenn man draußen ist, ist man nervöser, weil man nicht selber eingreifen kann”, sagte er. Eine Mannschaft in Unterzahl bekomme gerade am Ende oft noch etwas Oberwasser. “Es gibt auch viele Beispiele, in denen Mannschaften in Überzahl verlieren oder zumindest einen Punkt liegenlassen.” Doch seine Kollegen hätten gut verteidigt und Hannover nicht wirklich gefährlich lassen.

Lieberknecht gibt Entwarnung bei Kempe

Bereits zur Pause war Kempe ausgewechselt worden – allerdings nicht wegen einer Verletzung, sondern aus taktischen Gründen, wie Trainer Torsten Lieberknecht klarstellte. Der Routinier hatte einen gebrauchten Tag erwischt – nicht nur wegen seines Elfmeter-Fehlschusses. Lieberknecht entschied sich dafür, Marvin Mehlem auf dem Platz zu lassen, der ihm im ersten Durchgang besser im Spiel gegen den Ball gefallen hatte. Es war die richtige Entscheidung: Mehlem erzielte nach einer guten Stunde mit einem sehenswerten Schuss den Siegtreffer.

SV Darmstadt 98 - Hannover 96

Nicht nur wegen seines Fehlschusses war es ein gebrauchter Tag für Tobias Kempe

Bildquellen

  • SVD-H96-2022-23-blog-0019: Arthur Schönbein
  • SVD-H96-2022-23-blog-0014: Arthur Schönbein

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