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Der Umbau des Stadions am Böllenfalltor ist nahezu abgeschlossen. Aber was wird eigentlich aus der Dugena-Uhr? Für Lilienblog-Autor Frank Horneff hat die Uhr auch eine ganz persönliche Bedeutung. Er ist dem Thema nachgegangen. Der aktuelle Stand: Der SV 98 und Dugena finden derzeit nicht zusammen, wollen aber in Gesprächen bleiben.

Die Uhr genießt Kult-Status in Darmstadt. Wie auch die Marke, deren prägnanter Schriftzug auf dem gleichnamigen Haus an der Rheinstraße jene begrüßt, die von Westen in die Südhessen-Metropole kommen: Dugena.

Seit der ersten Bundesliga-Spielzeit des SV 98 in den Jahren 1978/79 ist die „Deutsche Uhrmacher-Genossenschaft Alpina“, so die ausgeschriebene Bedeutung des Kunstworts, mit den Lilien verbunden. Das machen die blau-weißen Dugena-Trikots aus jener Zeit bis heute deutlich und eben die dreieckige Uhr im Norden des Stadions am Böllenfalltor, die gleichzeitig als die etwas andere Anzeigentafel funktionierte – oder auch nicht.

Dugena, Darmstadt und die Lilien – das passte zusammen zu jener Zeit, bis eine veritable Existenzkrise fast dafür sorgte, dass die Uhren für Dugena stehen geblieben wären. Sind sie aber nicht, denn Dugena-Uhren gibt es bis heute. Doch die Marke ist längst nicht mehr in Darmstadt zu Hause, und die dreieckige Uhr im Stadion ist Geschichte.

Es fehlen die Ersatzteile

Sie ist noch zu sehen, versteckt zwar hinter der Nordtribüne, aber sie ist noch da, wenn sie auch seit Jahren stillsteht. Zwischenzeitlich wurde das Kultstück auch mal umgetauft und trug den Namen einer südhessischen Autohandel-Dynastie. Doch für die Lilienfans war dieser besondere Zeitmesser stets „die Dugena-Uhr.“

Bemühungen, die Uhr wieder in Gang zu bringen, scheiterten in der Vergangenheit an technischen Details, denn Ersatzteile waren nicht mehr zu beschaffen, wie es von Experten hieß. Die Uhr war vom technischen Standard her schlicht aus der Zeit gefallen. Dennoch: Noch immer gibt es eine große Zahl von Lilien-Fans, die an der Uhr hängen. Sei es, weil sie mit besonderen Erinnerungen verbunden ist oder weil die Integration der Kult-Uhr in das neue Stadion eine Referenz an Zeiten wäre, an die es sich stets zu erinnern gilt, egal wohin die Reise der Lilien auch führen mag.

Dem Autor dieser Zeilen, der ohne Dugena als kleiner Junge vermutlich nicht am Böllenfalltor gelandet wäre, weil der Vater damals als Dugena-Mitarbeiter Ende der 1970er-Jahre mit dazu beigetragen hatte, dass Verein und Unternehmen zusammenkamen. Und so war es vor knapp zehn Jahren erstmals gelungen, Dugena-Verantwortliche wieder einmal nach Darmstadt einzuladen.

Dugena-Uhr, SV Darmstadt 98

Dugena auf der Brust, die Uhr im Nacken

Langer Stillstand bei Bemühungen um die Dugena-Uhr

Damals, im Oktober 2014, hatte die Marke schon ihren Sitz unter dem Dach der Nova Tempora Uhren und Schmuck GmbH im rheinland-pfälzischen Meisenheim und die Vertreter des Unternehmens erlebten einen erfolgreichen Abend im Stadion am Böllenfalltor: Die Lilien besiegten den 1. FC Nürnberg mit 3:0 und das, was von der Kult-Uhr noch übrig war, war da längst verblasst und blieb seit Jahren schon dunkel. So auch an diesem Abend. Im Austausch wolle man bleiben, hieß es nach dem Lilien-Sieg gegen den Club bei der Verabschiedung.

Was folgte, war im Mai 2015 der Bundesliga-Aufstieg des SV 98. Nach allem, was heute zu erfahren ist, änderten sich die Voraussetzungen und wohl auch die Bedingungen, die aufgerufen wurden, um die Kult-Uhr wieder in Gang zu bringen. Hinzu kamen personelle Wechsel auf beiden Seiten und so kamen die Bemühungen zum Stillstand.

Klar, hin und wieder wurde das Thema wieder aufgerufen, besonders um die rührigen Lilien-Archivare, denen bis heute noch bewusst ist, welche Bedeutung die Dugena-Uhr für den Lilien-Anhang hat – zumindest für jenen Anhang, der es nicht erst seit dem Drittliga-Aufstieg 2011 mit dem SV 98 hält.

Dugena-Mutter: “Aktuell lässt sich das wirtschaftlich nicht abbilden”

Jetzt sind die Zeiten andere und auch das Stadion am Böllenfalltor ist ein anderes: Ein neues, modernes Zuhause für den SV Darmstadt 98. Dass die Dugena-Uhr nicht vergessen ist, betont in diesen Tagen SV 98-Geschäftsführer Michael Weilguny. „Wir arbeiten aktuell daran, unser Stadion fertigzustellen und werden uns sicher gemeinsam mit den Fans die ein oder die andere Ecke im Stadion nochmals ansehen“, sichert Weilguny zu. Nicht ausgeschlossen also, dass sich ein Platz für die Kult-Uhr doch noch findet.

In Meisenheim, am Sitz der Dugena-Mutter Nova Tempora, führt inzwischen Marco Schneider die Geschäfte. Er kennt die Geschichte von Dugena, Darmstadt und den Lilien durchaus und weiß um die Entwicklung des SV 98 in der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart. Dennoch zeigt er sich im Gespräch mit dem Lilienblog eher zurückhaltend: „Die Zeiten sind, wie sie sind und aktuell lässt sich das wirtschaftlich für uns nicht abbilden“, wirbt er um Verständnis dafür, dass sein Unternehmen und der Verein aktuell „da wohl eher nicht zusammenkommen werden.“

Ausgeschlossen ist eine Rückkehr der Dugena-Uhr nicht

Völlig ausschließen jedoch will auch Schneider die Rückkehr der Dugena-Uhr ans Böllenfalltor nicht. „Vielleicht setzt man sich ja noch mal zusammen“, zeigt sich der Firmenchef für Gespräche durchaus offen, ohne große Versprechungen zu machen. Aber dass die Lilien-Fans für ihre besondere Kreativität und ihren Ideenreichtum bekannt sind, wenn es darum geht, Ziele zu erreichen, hat sich vermutlich auch bis nach Meisenheim herumgesprochen.

Die Rückkehr der Dugena-Uhr ins Stadion am Böllenfalltor wäre jedenfalls ein beachtliches Signal mit besonderer Wirkung: „Nie vergessen, wo man herkommt, stets wissen, wo man hingehört“ – der Satz des einstigen Lilien-Präsidenten Hans Kessler ist ein weiteres Argument für alle Beteiligten, an der Rückkehr der Dugena-Uhr weiterzuarbeiten: Verein, Unternehmen und Fans.

 

Quiz: Wie gut kennt ihr die Lilien-Geschichte?

  1. Auf dem Titelbild des Beitrags ist eine Spielszene zu sehen. Um welche Partie handelt es sich?
  2. Wie lautete das Endresultat?
  3. Und wie heißt der Lilien-Spieler, der gerade schießt?
  4. Aus welcher Saison stamm das Mannschaftsbild im Text?

Antwortet in der Kommentarfunktion auf dieser Seite!

Und wie steht ihr zur Dugena-Uhr? Hier geht’s zur Umfrage!

Aufruf: Habt ihr persönliche Bilder von der Dugena-Uhr, die ihr mit uns teilen wollt? Dann schickt sie mit Quellen-Nennung an info@lilienblog.de. Wenn wir genug Fotos zusammenbekommen, veröffentlichen wir sie in einer Galerie.  

Bildquellen

  • SV98Buli7879.jpg: Archiv SV Darmstadt 98
  • SV98SpielszeneUHR: Vereinshistorisches Referat SV Darmstadt 98

4 Comments

  • Petra E. sagt:

    Das Mannschaftsfoto müsste aus der Saison 1978/1979 stammen. Spieler in der Spielszene ist Horst “Hotte” Neumann.

  • Volker sagt:

    15.02.1981 gegen Stuttgarter Kickers 1-0
    Torschütze Neumann .

  • Frank Mustermann sagt:

    Ich gehe seit 2003 ins Stadion. Seit der Erfolg so groß geworden ist fällt es mir aber schwer an Karten zu kommen als jemand, der nicht mehr in Darmstadt wohnt. Seit 2012/2013 war ich nur noch selten im Stadion. Im Herzen bleiben die Lilien immer mein Verein und ich fiebere jeden Spieltag mit.
    Die Dugena Uhr ist für mich ein wichtiger Bestandteil, auch wenn über viele Jahre hier keine richtige Uhrzeit mehr angezeigt wurde. Uns war das egal. Die Uhr ist wie ein wichtiges Dekorationsstück. Wir sind ein Traditionsverein und kein Qatar Klub. Diesen Geist müssen wir uns erhalten.

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