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Wahrscheinlich nicht Italien und nicht Eberstadt, aber sonst ist vieles möglich – das sind die Pläne von Fabian Holland (35), der am Sonntag nach zwölf Jahren im Lilien-Trikot sein letztes Spiel für den SV Darmstadt bestreitet.

Fabian, wie ist die Gefühlslage bei dir so kurz vor deinem letzten Spiel für die Lilien?

Die Aufregung steigt schon, das wird mit jedem Tag ein bisschen mehr. Aber ich blicke ganz positiv darauf und versuche, die letzten Tage zu genießen. Die Gespräche mit den Jungs, die Erlebnisse im Stadion, jeder Gang – das ist schon alles etwas aufregender gewesen, die letzten Tage und Wochen.

Kannst du denn überhaupt spielen am Sonntag? Wie sieht es aus mit deiner Adduktoren-Verletzung? Reicht es für die Startelf oder nur für zwei Minuten am Ende?

Ich fühle mich sehr gut. Ganz so schlimm, wie letztes Jahr mit Tobi (Kempe) wird es nicht, weil der gefühlt mit einem halben Knie auf dem Platz war. Ich habe jetzt schon ein bisschen individuell trainiert, war gestern das erste Mal auf dem Platz. Und deswegen bin ich guter Dinge, dass es auch Sonntag funktioniert.

Was glaubst du, wie emotional wird das für dich am Sonntag?

Mit Sicherheit sehr emotional – gerade wenn ich dann in die Gesichter meiner Frau, der Familie und der Freunde gucken werde

Und weißt du schon, wie es ab Montag für dich weitergeht?

Dann wird mit Sicherheit erstmal einen Gang zurückgeschaltet, mal ein bisschen die Pause genossen, auch die Zeit mit der Familie. Und dann werde ich schauen, wie es für mich weitergeht. Da guckt sich auch mein Berater gerade ein bisschen um, was die Möglichkeiten sind. Aktuell kann ich aber dazu noch nichts sagen. Es wird sich zeigen, wohin die Reise geht.

Hast du Wünsche für deine sportliche Zukunft?

Ich kann mir schon vorstellen, dass ich auf jeden Fall noch ein paar Jahre in der 2. oder 3. Liga spielen kann. Natürlich hätte ich dieses Jahr sehr gerne mehr Spielzeit gehabt. Ich merke, dass ich auch in meinem Alter nicht weniger Gas geben kann, dass da alles stimmt vom Körper her, keine Signale kommen. Und das traue ich mir auch in den kommenden Jahren noch zu.

Du wirst ja mittelfristig deinen Lebensmittelpunkt wieder in Berlin haben. Euer Haus soll im Winter fertig sein. Kannst du dir vorstellen, noch weiter in Süddeutschland zu spielen oder würdest du dich schon eher in Richtung Berlin orientieren?

Wir sehen uns auf jeden Fall in Berlin. Es ist nur die Frage, wann. Also ich würde jetzt in Deutschland nichts ausschließen. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass ich in Deutschland bleibe. Das Ausland hat mich in meiner Karriere nie so wirklich gereizt. Da bin ich zu heimatverbunden. Aber in Deutschland würde ich jetzt nichts ausschließen.

In einem früheren Interview haben wir mal darüber gesprochen, dass zum Beispiel in Italien ältere Spieler besonders geschätzt werden. Wäre das nicht eine Option, um nochmal richtig durchzustarten?

Da würde es wahrscheinlich noch ein paar Jahre länger gehen (lacht). Ich würde jetzt nichts zu 100 Prozent ausschließen. Klar können Angebote kommen, über die man nachdenken muss. Aber ich halte es für wahrscheinlicher, dass ich in Deutschland bleibe.

Und Tobias Kempe hat auch noch nicht angerufen, dass er einen Linksverteidiger für Germania Eberstadt?

(lacht) Mit dem habe ich noch nicht über Transfers geredet, nein.

Könntest du dir vorstellen, auch als Trainer zu arbeiten? Oder als Sportdirektor? Oder etwas ganz ohne Fußball? Hast du dir da schon Gedanken gemacht?

Ja, ich habe mir schon viele Gedanken gemacht, aber das ist immer noch ein schwieriges Thema. Trainer würde ich erstmal ausschließen. Vielleicht entwickelt sich noch etwas in ein paar Jahren, aber ich glaube, dafür bin ich einfach nicht der Typ. Vielleicht mein Sohn einmal in der Jugend ein bisschen trainieren, ein paar Kids. Aber eine große Trainerkarriere sehe ich bei mir nicht. Ansonsten würde ich gerne im Sport bleiben, aber ich würde jetzt auch nicht ausschließen, dass es vielleicht etwas ganz anderes wird.

Aufgezeichnet bei einer Medienrunde mit Fabian Holland am Mittwoch.

In Teil I des Gesprächs mit Fabian Holland, das am Mittwoch erschienen ist (->), lässt er seine zwölf Jahre bei den Lilien Revue passieren.

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Bildquellen

  • IMG_5606: Stephan Köhnlein

Ein Kommentar

  • Ottmar sagt:

    1 Jahr hâtte man ihm noch geben sollen. Und dann schauen,ob und wie vllt noch 1 Jahr drin ist. Er ist und bleibt eine einzigartige Identifikationsfigur für die Werte der Lilien. Im Gegensatz zu den Typen die heute das Vereinslogo küssen und morgen bei nem andren Verein aufschlagen

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