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Die Rückennummer weckt zunächst falsche Erwartungen: Neuzugang Noah Weißhaupt erhält beim SV Darmstadt 98 das Trikot mit der Nummer 7. Damit war in den vergangenen knapp zwei Jahren Isac Lidberg ziemlich erfolgreich auf Torejagd für die Lilien gegangen, hatte insgesamt 32 Pflichtspieltore erzielt, ehe er sich kürzlich Bundesligist Borussia Mönchengladbach anschloss.

Obwohl Weißhaupt gelernter Stürmer ist – ein Torjäger ist er beim besten Willen nicht. Vier Treffer sind dem mittlerweile 24-Jährigen in seiner Profi-Karriere gelungen: zwei in der Bundesliga, eines in der Europa League (alle für Freiburg) sowie eines in der 2. Liga bei seiner Leihstation in der abgelaufenen Rückrunde für Hannover.

Ein klassischer Flügelspieler

Auch wenn in Darmstadt sicher niemand etwas dagegen hätte, wenn Weißhaupt bei den Lilien etwas mehr Torgefahr entwickelt – seine Hauptaufgabe ist eine andere. Die meisten Spiele seiner Karriere bestritt er nämlich als Flügelspieler – vor allem auf der linken Seite, wobei er auch zahlreiche Spiele als Rechtsaußen absolvierte. Und da schließt sich auch wieder der Kreis mit der Rückennummer, denn vor allem früher trug der Rechtsaußen die Nummer 7.

Sportdirektor Paul Fernie lobte bei der Verpflichtung Weißhaupts „hohes Tempo“ sowie dessen „große Spielintelligenz“. Und für Trainer Florian Kohfeldt ist das Flügelspiel mit schnellen Spielern, die ins Eins gegen Eins gehen können, ein wichtiger Baustein.

Bezeichnend: Luca Marseiler war einen großen Teil der Saison ein zentraler Spieler für die Lilien-Offensive, schuf mit seinen schnellen Vorstößen über links wie rechts immer wieder Raum – gerade für seine offensiven Mitspieler wie Lidberg, aber auch Fraser Hornby oder Marco Richter.

Marseiler-Ausfall als Knackpunkt in der Rückrunde

Nachdem sich Marseiler im Spitzenspiel gegen Schalke im März das Kreuzband gerissen hatte, gewannen die Lilien kein Spiel mehr. Ohne ihn wirkte die Offensive oft langsam und berechenbar. Marseiler wird den Lilien voraussichtlich noch mindestens bis zum Jahresende fehlen.

Nur Yosuke Furukawa – der zweite schnelle Flügelspieler mit Eins-gegen-Eins-Qualitäten im Kader – ließ bei seinen Einsätzen in der Rückrunde auf beiden Flügeln starke Ansätze aufblitzen und zeigte, wie wichtig diese Elemente für das Spiel der Lilien sein können.

Auch wenn Weißhaupt zuletzt mit zwei wenig erfolgreichen Leihen nach Warschau und Hannover eine kleine Delle in seiner Vita hat – seine Verpflichtung könnte die Lilien-Offensive buchstäblich wieder beflügeln. Vorausgesetzt natürlich auch, Sportdirektor Fernie findet einen durchschlagskräftigen Ersatz für das Top-Angriffsduo Lidberg-Hornby. Denn die kann Weißhaupt als Spielertyp sicher nicht ersetzen.

(aktualisierte Version, hebt hervor, dass sowohl Weißhaupt wie Furukawa und Marseiler auf der linken wie auf der rechten Flügelposition spielen können)

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2 Kommentare

  • achtundneunzig sagt:

    Hm, unsere linke Seite ist mit Marseiller, Corredor und Furukawa doch eigentlich gut besetzt. Außer es zeichnet sich ein Abgang an, den wir bisher nicht auf dem Plan haben.

    • Stephan Köhnlein sagt:

      Weißhaupt kann doch wie Furukawa und Marseiler (wenn er frühestens in einem halben Jahr wieder fit sein sollte) auch rechts spielen.

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