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Der SV Darmstadt 98 hat auf den Abgang von Fraser Hornby mit dem Transfer von Lance Duijvestijn von Sparta Rotterdam aus der Eredivisie reagiert. Ein Blick auf die Spielerprofile zeigt, dass sie sich auf dem Papier zunächst durchaus ähneln. Aber es gibt auch Unterschiede zwischen den beiden Akteuren. Florian Först, Scouting-Experte vom Lilienblog-Partner Kickfieber.de, hat für uns genau hingesehen:

Beide Spieler sind in der Offensive vielseitig einsetzbar, haben eine ähnliche Statur, sind fast gleichalt und weisen eine ähnliche Heatmap auf. Kerndisziplin von Offensivspielern ist die Torgefahr. Bei den Torbeteiligungen der vergangenen zwei Jahre ist Fraser Hornby mit 36 Scorerpunkten gegenüber 30 von Duijvestijn knapp im Vorteil. Doch diese Werte wollen wir uns einmal genauer anschauen.

Wo Hornby klar führt

In Bezug auf die Präzision der Abschlüsse liegt Hornby minimal im Vorteil, doch bei Betrachtung der Effizienz ist Hornby klar führend. Statistisch zeigt sich, dass Hornby nicht nur etwas mehr Abschlüsse auf das Tor bringt, sondern auch deutlich mehr ins Tor. Während bei Duijvestijn lediglich sieben Prozent der Abschlüsse im Tor landen, waren es bei Hornby in seiner Zeit beim SV Darmstadt 98 zuletzt stolze 16 Prozent. Das ist ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden Spielern, wenngleich man Duijvestijn das höhere Niveau der Eredivisie zugestehen muss. Das macht sich auch daran bemerkbar, dass Hornby im Strafraum deutlich öfter bedient wurde und mehr Ballkontakte aufweisen kann.

Im Passspiel zeigen sich weitere Unterschiede zwischen beiden Akteuren. Oberflächlich betrachtet liegen beide Spieler zuletzt bei einer Passgenauigkeit von um die 80 Prozent. Jedoch spielt Hornby deutlich weniger Pässe nach vorne als Duijvestijn. Das ist bei Steilpässen, Pässen ins letzte Drittel und generell dem progressiven Spiel sehr auffällig. Während Duijvestijn um die 4,63 progressive Pässe pro Spiel aufweisen kann, liegt dieser Wert bei Hornby bei lediglich 2,3 und damit weniger als der Hälfte.

Wo Duijvestijn die Nase vorn hat

Dieser Unterschied im progressiven Spiel ist auch bei den vorwärtsgerichteten Läufen mit Ball sichtbar. Auch hier hat Hornby mit lediglich rund 0,48 Läufen pro Spiel gegen Duijvestijn deutlich das Nachsehen mit einem Wert von 1,24. Bei Dribblings sind die Spieler sowohl bei der Anzahl an Dribblings pro Spiel als auch beim Prozentwert an erfolgreichen Dribblings nahezu gleichauf. Im Flankenspiel fällt auf, dass Hornby zuletzt etwas mehr Flanken gespielt hat als Duijvestijn, dafür war der Niederländer deutlich präziser mit rund 36,8 Prozent Erfolgsquote.

Zu guter Letzt noch ein Blick auf die Arbeit gegen den Ball. Hier muss man festhalten, dass Duijvestijn diesen Vergleich klar gewinnt. Der 27-Jährige hat deutlich mehr Aktionen gegen den Ball, geht öfter in Tackles und fängt auch mehr Bälle ab als Hornby. Duijvestijn gewinnt auch prozentual mehr Zweikämpfe in der Defensivbewegung. In der Luft sind beide Akteure ungefähr gleich stark und gewinnen zwischen 40 und 45 Prozent ihrer Kopfballduelle.

Im Endeffekt kann man festhalten, dass Darmstadt einen ähnlichen Spielertyp wie Hornby verpflichtet hat, der im progressiven Spiel, Passspiel sowie in der Defensivbewegung sogar statistische Vorteile gegenüber dem ehemaligen schottischen U21-Nationalspieler hat. In den Abschlussqualitäten und den Torbeteiligungen besteht allerdings noch Nachholbedarf, um den Hornby-Abgang zu kompensieren. Duijvestijn hat in der Vergangenheit jedoch bereits gezeigt, dass er auch im zweistelligen Bereich Tore erzielen und vorbereiten kann.

Und das sagt Trainer Florian Kohfeldt

Ich halte ihn für den gestandensten Spieler, den wir verpflichtet haben. Lance ist in meinen Überlegungen ein ganz großer Anker für diese Saison – von der Grundidee, wie er Fußball spielt und was er kann. Er hat eine Verbindung, die man nicht so häufig findet. Er kann Bälle klauen, löst sehr viel Pressing aus, ist ein sehr intensiver Spieler, auch von den Laufdaten, Er ist jemand, der gerne den Zwischenraum sucht, da aber auch manchmal noch das eine oder andere Entscheidungsproblem hat, ob er jetzt klein-klein oder in Tiefe spielen soll oder den Ball sichern muss. Aber er hat immer den Drang, in die Box zu gehen. Das ist unglaublich wichtig für unser Spiel, weil wir grundsätzlich einen Letzte-Linie-Stürmer haben. Dann brauchst du Spieler, die aus der zweiten Reihe in die Tiefe gehen. Zudem ist er mit 27 in einem Alter, in dem man erwarten kann, dass seine Leistungen nicht mehr ständigen Schwankungen unterliegen. 

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