Vor rund einem Monat wechselte Carlo Sickinger von der SV Elversberg zum SV Darmstadt 98. Am vergangenen Wochenende gab der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler sein Pflichtspiel-Debüt für die Lilien beim 0:1 in Dresden. Und am Mittwoch debütierte er in einer Medienrunde beim SV Darmstadt 98. Was der Neuzugang über seine Stärken und Schwächen sagt, lest ihr im ersten Teil unseres Steckbriefs:
Sein Einleben
Der Verein ist sehr familiär. Das Umfeld gefällt mir sehr gut. Ich bin zum Glück gerade zum Trainingslager gekommen und habe da alle relativ gut kennenlernen dürfen. Ich wurde gut aufgenommen, es wurden gleich mal ein, zwei Witze auf meine Kosten gemacht. Das finde ich immer ganz sympathisch. Da merkt man auch, wie der Wind weht. Und ich komme ja auch aus der Nähe (Karlsruhe). Zu meinen Eltern fahre ich gerade eine Stunde.
Der Saisonstart
Natürlich hätten wir uns punktetechnisch mehr erhofft. Wir brauchen in gewissen Spielphasen und Situationen mehr Punch nach vorne. Defensiv haben wir es in beiden Spielen über weite Strecken gut gemacht und wenig Chancen zugelassen. Dafür haben wir zu viele Gegentore bekommen. Aber über eine Saison gerechnet fliegen dann auch nicht alle Bälle rein. Dass der eine oder andere Mechanismus noch nicht so greift, ist normal bei so vielen neuen Jungs. Wir brauchen noch Zeit.
Sein Debüt gegen Dresden
Es kam ein bisschen überraschend, dass Hiro (Akiyama) krank war. Aber ich konnte mich einen Tag davor schon darauf vorbereiten, dass ich starte. Ich wollte einfach so lange auf dem Feld sein, wie es körperlich möglich war. Wenn man nach knapp einem Jahr das erste Mal wieder von Beginn an spielt, ist es natürlich auch schwer, über 90 Minuten voll präsent zu sein. Der Körper hat mir dann nach 60, 70 Minuten signalisiert, dass es nicht mehr lange geht. Aber bis dahin war es einfach schön, mal wieder auf dem Platz zu stehen und eine Chance zu haben zu zeigen, was ich kann – auch wenn die Niederlage hat das Ganze ein bisschen getrübt hat.
Seine Stärken
Ich denke, dass ich relativ gut das Spiel lesen kann, dass ich einem Spiel Struktur geben kann, mal Tempo hinzufügen oder auch wegnehmen kann. Auch mental bin ich eine relativ gefestigte Person. Ich habe ja auch schon ein paar Jahre jetzt auf dem Buckel (grinst). Da kann ich gerade den vielen neuen und jungen Spielern auch mal ein bisschen helfen, wenn es mal ein bisschen stressiger wird.
Seine Schwächen
Ich glaube, der Schnellste werde ich nicht mehr (lacht). Das habe ich mittlerweile akzeptiert. Aber ich glaube, man kann in jedem Bereich nochmal einen Ticken draufpacken. Jetzt geht es natürlich auch für mich darum, möglichst schnell in die Abläufe und Automatismen zu kommen. Und was ich vorhin auch angesprochen habe: das Körperliche. Da kann ich definitiv noch ein bisschen zulegen. Aber das kommt auch über die Spielzeit und über den Rhythmus.
Das anstehende Pokal-Spiel gegen Jena
Natürlich spielen wir zwei Ligen über Jena. Aber jeder weiß, dass das kein Selbstläufer wird. Da können wir mal proben, einen tiefen Block zu bespielen. Dass wir auch mal einen Gegner tief erdrücken können, immer wieder zu Torchancen kommen wollen, Abschlüsse nehmen, uns da ein gutes Gefühl holen, dass wir da dran sind, dass wir Dinge dann auch bis zum Tor gut umsetzen können. Pokal ist einfach immer geil. Wir wollen den Underdog nicht weiterkommen lassen. Und dann auch in die Rolle kommen, dass wir in der dritten, vierten Runde ein Underdog sind und hier einen Bundesligisten zu Gast haben.
In Teil zwei (folgt am Donnerstag) erzählt Sickinger über die Gründe für seinen Wechsel und was Darmstadt und Elversberg verbindet.
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Bildquellen
- IMG_6056: Stephan Köhnlein




