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Mit der SV Elversberg stieg Carlo Sickinger von der Regionalliga in die Bundesliga auf. Doch statt im Alter von 29 Jahren noch ein paar Einsätze im Fußball-Oberhaus mitzunehmen, ging er lieber zum SV Darmstadt 98. Die Gründe dafür und was der Darmstadt und Elversberg gemeinsam haben, lest ihr im zweiten Teil unseres Steckbriefs zum Neuzugang.

Das schwierige letzte Jahr in Elversberg

Ich war in Elversberg schon in der Regionalliga dabei, habe dort also einen relativ langen Weg gemacht. Wenn du in der Regionalliga beginnst und in der Bundesliga rauskommst, wird natürlich die Mannschaft zwangsläufig deutlich besser – auch in der Breite. Das ist vielleicht ein Grund. Zum anderen gab es einen Trainerwechsel, der für mich persönlich nicht ganz gefruchtet hat. Der Trainer hat auch auf dieser Position selten bis nie gewechselt. Irgendwann bin ich dann rausrotiert. Für den Kopf war es nicht einfach, wenn man alles gibt und es trotzdem nicht reicht. Aus dieser Phase habe ich mich wieder rausgekämpft und Vollgas gegeben. Zumindest im Training habe ich eine sehr, sehr gute Rückrunde gespielt und bei meinen Einsätzen das Maximale rausgeholt. Die Mannschaft war dann erfolgreich. Für mich war es nicht ganz so. Deswegen ist es jetzt wichtig für mich, ein neues Kapitel aufzuschlagen.

Die Gründe für den Wechsel nach Darmstadt mit einer starken Konkurrenz auf seiner Position

Die Verantwortlichen haben gesagt, dass sie mit mir planen und dass sie in mir auch Stärken sehen, die die anderen zwei (Hiroki Akiyama und Kai Klefisch) vielleicht nicht haben und wo ich die Jungs ergänzen kann. Zum anderen war es auch die Spielidee, die Spielphilosophie, die nicht viel anders ist als das, was wir in Elversberg gespielt haben. Ich finde es sehr wichtig, dass ein Spieler zu dem System passt, zum Verein passt. Und die Kombination war einfach für mich ausschlaggebend.

Ex-Kollege Luca Schnellbacher, der einst bei den Lilien spielte (->)

Er hat mir seine Glückwünsche mitgegeben und sich sehr für mich gefreut. Er meinte, das ist ein Verein, der zu mir passt. Wir haben viereinhalb Jahre zusammen gespielt, sind dreimal aufgestiegen. Das schweißt natürlich zusammen. Auch aus seiner Sicht, wenn dann Weggefährten das Schiff verlassen, mit dem man so lange zusammengespielt hat, Erfolg hatte, ist es natürlich auch schmerzhaft. Für mich war es schön, jetzt etwas Neues zu machen. Das kommt für ihn wahrscheinlich nicht mehr in Frage. Er ist ja schon ewig dort und ich glaube, er bleibt auch dort.

Der Verzicht auf die Bundesliga mit Elversberg

Ich hatte noch ein Jahr Vertrag in Elversberg. Für mich war klar, wenn ich etwas anderes mache, dann muss es auf jeden Fall passen und Perspektive haben. Ich gehe jetzt nicht und lasse die Chance verstreichen, einfach aus der Emotion heraus, weil ich gerade nicht mehr spiele. Ich wollte ein bisschen Planungssicherheit. Und der neue Verein musste genau passen. Nicht nur fußballerisch, sondern auch im Umfeld. Das war vielleicht bei der einen oder anderen Station davor nicht zu 100 Prozent der Fall. In Elversberg habe ich gelernt, dass es wichtig ist, sich auch menschlich wohlzufühlen, um sich dann als Sportler richtig entfalten zu können. Und hier passen das Menschliche, das Sportliche und das Umfeld. Dann kann man auch mal die Bundesliga sausen lassen.

Der Elversberger Weg

Du hattest zum einen ein Umfeld, in dem du wenig Druck hattest und viele Sachen einfach umsetzen konntest. Viele Jungs, die gekommen sind, haben sich unfassbar gut entwickelt, weil sie dort nicht den Stress hatten, den sie vielleicht bei Schalke, Hamburg oder Köln gehabt hätten und wo man nach einem verlorenen Spiel plötzlich denkt, man sei ein Abstiegskandidat. Zum anderen gab es eine Kontinuität bei der Spielidee. Die wurde einfach immer beibehalten und wurde auch nicht geändert, wenn man aufgestiegen ist. Man wollte die eigene Philosophie durchziehen und versuchen, von Jahr zu Jahr besser zu werden. Dazu wurde natürlich auch die Underdog-Rolle genutzt, um große Vereine zu schlagen. Wir hatten ein Motto, das hieß: einfach machen. Ich glaube, davon kann man sich schon eine Scheibe abschneiden. Viele Strukturen sehe ich auch hier in Darmstadt. Der Verein hat auch schon unter Beweis gestellt, dass man so einen Weg gehen kann, ist schon öfter in die Bundesliga aufgestiegen. Ich hoffe, die Reise ist noch nicht vorbei.

Teil 1 des Steckbriefs lest ihr hier (->). Darin spricht Sickinger über seine Stärken und Schwächen und den etwas holprigen Start in die Saison.

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Bildquellen

  • Sickinger: Handout SV Darmstadt 98

Ein Kommentar

  • Frank Hofmann sagt:

    Ich hoffe er verdrängt kurzfristig Klefisch. Seine Variabilität gefällt mir. Guter Zug von P. Fernie. Ohne Akiyama baut Klefisch ab, sah man in DD wo er gestresst die Nerven verlor und sich gelb-rot anholt. Ich hab am Bölle vom Spielaufbau auch schon bessere 6er (Holland, Akiyama) gesehen. Akiyama benötigt einen besseren Partner und dann klappts auch offensiv noch besser.

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