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Als Florian Kohfeldt über die Umstellung auf Dreierkette in der Abwehr des SV Darmstadt 98 sprach, überkam ihn ein Hustenreiz. „Das ist jetzt aber keine Allergie auf die Dreierkette“, beteuerte er grinsend. Tatsächlich hat das System eine gewisse Geschichte in Kohfeldts Zeit bei den Lilien – mit all seinen bekannten Nebenwirkungen.

In der Vorbereitung zur vergangenen Saison hatte der Darmstädter Coach Dreier- und Viererkette gleichberechtigt geprobt. Im Laufe der Hinrunde hatte er sich aber dann von der Dreierformation weitgehend verabschiedet, weil die Defensive zwar gut stand, nach vorne aber zu wenig lief.

Jetzt blieben die Lilien mit der Dreierkette gegen den Ball aus Patric Pfeiffer, Yannik Lührs und Raoul Petretta erstmals seit dem 2:0 über Kiel Anfang März wieder in einem Pflichtspiel ohne Gegentor. Nach vorne gab es allerdings auch kaum Gefahr.

„Klar hätte ich mir mehr Torchancen gewünscht“, sagte Kohfeldt nach der Partie. Aber man müsse den Realitäten auch ins Auge sehen. „Ich kann jetzt gerade kein Trainer sein, der auf Gedeih und Verderb seine Spielidee durchdrücken will. Das funktioniert gerade nicht. “

„Will ich immer solche Fußballspiele sehen? Natürlich nicht!“

Vielmehr gehe es darum, derzeit alles dem Ziel unterzuordnen, dass man eine realistische Chance habe, Punkte zu holen. „Ist das meine Spielidee? Will ich immer solche Fußballspiele sehen? Natürlich nicht! Aber in der Situation sind wir gerade nicht.“

„Zielgerichteter, dominanter Ballbesitzfußball, immer auf der Suche nach Tempoaktionen und den Ball so schnell wie möglich wiederbekommen“ – so hatte Kohfeldt seine Spielidee bei Amtsantritt, aber auch später immer wieder formuliert (->). Davon war gegen St. Pauli kaum etwas zu sehen, was jedoch eine bewusste Entscheidung war.

Nach dem 0:4 in Karlsruhe habe er sich mit den beiden für das Sportliche zuständigen Geschäftsführern Tom Eilers und Paul Fernie zusammengesetzt. Ergebnis: Man müsse den Fokus darauf verschieben, „die Stärken des Gegners zu neutralisieren, um erstmal eine Grundstabilität zu bekommen.“ Und genau das habe seine Mannschaft gegen St. Pauli getan.

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Wie Kohfeldt den Verzicht auf den vermeintlichen Ankerspieler Aleksandar Vukotic in der Innenverteidigung begründet, lest ihr hier (->)

Bildquellen

  • SVD-fcsp-2026-27-blog-0037: Arthur Schönbein

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