Drei Testspiele gegen unterklassige Teams und nur drei Tore – das ist die eher magere Zwischenbilanz der Vorbereitung der Lilien auf den zweiten Teil der Saison. Nach dem 2:1 über Drittligist SV Wehen Wiesbaden folgten im Trainingslager in Spanien ein 1:0 gegen 1860 München (ebenfalls Drittligist) und ein 0:0 gegen den Schweizer Zweitligisten FC Rapperswil-Jona.

Sulu-Nachfolger: Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau?

Positiv ist, dass sich die Abwehr auch ohne den abgewanderten Aytac Sulu recht stabil präsentierte. In zwei Partien blieb man ohne Gegentor. Allerdings warten in der Zweiten Liga ganz andere Kaliber auf die Lilien-Defensive. Das letzte Testspiel am Dienstag gegen den SC Paderborn (unter Ausschluss der Öffentlichkeit) ist der Härtetest. Dann wird sich zeigen, ob die Defensive stabiler ist als beim 2:6 gegen die Paderborner kurz vor Weihnachten.

Für den in die Türkei abgewanderten Abwehrchef Sulu sucht der Verein noch einen Nachfolger. Das Anforderungsprofil, das Präsident Rüdiger Fritsch nennt, klingt jedoch ein wenig nach eierlegender Wollmilchsau: Der Spieler soll Sulu ersetzen und eine perspektivische Lösung (sprich: nicht zu alt) sein. Dabei darf er aber auch nicht zu viel Geld kosten, obwohl man ihn wohl aus einem laufenden Vertrag herauskaufen muss.

Bertram allein wird die Sturmflaute nicht beheben

Anders als bei der Sulu-Nachfolge werden Verstärkungen für die schwächelnde Offensive nach der Verpflichtung von Sören Bertram (Erzgebirge Aue) derzeit nicht mehr öffentlich diskutiert. Ein Torjäger ist Bertram aber nicht. Er kann auf der linken Seite oder als hängende Spitze eingesetzt werden. Damit erhöht er vor allem den Druck auf Joevin Jones. Zudem wäre er eine Alternative zu Marvin Mehlem und Johannes Wurtz.

In vorderster Front hat derzeit wohl Serdar Dursun die Nase vorn. Mit dem wieder genesenen, aber verletzungsanfälligen Felix Platte (erzielte das einzige Stürmertor der Vorbereitung gegen 1860 München) und Terrence Boyd hat Schuster zwei weitere Angreifer vom Typ „Wuchtiger Wandstürmer“ zur Verfügung.

Heller wünscht sich mehr Spieler in der Box

Dabei hängt die Sturmschwäche der Lilien aber nicht nur an Namen. Oft mangelt es vorne einfach an Anspielstationen. Dursun arbeitet viel nach hinten, fehlt dann vorne – und andere rücken zu selten nach.

Flügelspieler Marcel Heller forderte nach dem Test gegen Wehen Wiesbaden, dass die Mannschaft den gegnerischen Strafraum künftig besser besetzen müsse. Wenn nur ein Mitspieler gegen drei oder vier Gegner stehe, sei es für ihn als Außenspieler schwer, den Ball exakt dorthin zu bringen. „Wenn wir mit drei oder vier Spielern in die Box gehen, ist die Chance größer, Tore zu erzielen. Das müssen wir in der Rückrunde besser umsetzen.“ Laut Heller wollte die Mannschaft daran in der Vorbereitung arbeiten. In Toren hat sich diese Arbeit bislang aber nicht niedergeschlagen.

Bildquellen

  • BOC-D98-006: Arthur Schönbein

Leave a Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.