Es ist wieder einmal Zeit für uns, in die Kristallkugel zu blicken – ganz nüchtern und mit unvernebeltem Blick auf die kommende Saison.

Kann natürlich sein, dass manches dann doch anders kommt. Klar, Bubu Koch ist nicht Trainer geworden und Präsident Rüdiger Fritsch wird voraussichtlich wieder nicht mit dem Klapprad bei der Tour de France auftauchen. Aber beim letzten Mal haben wir immerhin die Demission von Dirk Schuster vorausgesehen – und das Stadion ist auch noch immer nicht fertig.

Juli:

In ihrer Auftaktpartie der Saison beim Hamburger SV verschlafen die Lilien die Anfangsphase komplett. Nach 15 Minuten steht es 2:0 für die Gastgeber durch Christoph Moritz und ein Freistoßtor von Daniel Heuer Fernandes. Nach rund einer halben Stunde wechselt Trainer Dimitrios Grammozis, bringt Yannick Stark für den glücklosen Marvin Mehlem – und prompt drehen die Lilien die Partie. Stark, Felix Platte und Mathias Honsak sorgen für den 3:2-Erfolg.

Yannick Stark, SV Darmstadt 98

Sorgt mal wieder für die Wende: Yannick Stark

August:

Erstes Heimspiel der Saison am Böllenfalltor. Doch auf der Gegengerade sind gerade einmal die Stehplätze für 500 Zuschauer fertig geworden. Gegner Holstein Kiel findet sich gut zurecht, schließlich spielt der Verein bereits seit einiger Zeit ohne Tribüne. Am Ende rettet Serdar Dursun den Lilien mit einem Kopfball in der Schlussminute noch ein 1:1.

Serdar Dursun

Serdar Dursun kann gut springen

September:

Wiedersehen mit zwei alten Bekannten: Torhüter Christian Mathenia und Mittelfeldspieler Hanno Behrens gastieren mit dem 1. FC Nürnberg am Böllenfalltor und werden von den Fans bejubelt. „Wolltet Ihr nicht ein neues Stadion bauen?“, fragt Mathenia vor dem Spiel in den Katakomben. „Sieht ja fast noch so aus wie in der Saison 2015/16.“ Solcher Hochmut wird natürlich auf dem Platz bestraft. Tobias Kempe erzielt per Freistoß den Treffer zum 1:0-Sieg.

Oktober:

Die Stehplatzränge auf der Gegengerade sind fertig. Präsident Rüdiger Fritsch freut sich: „Schön, dass wir den Zeitplan nahezu eingehalten haben.“

November:

Der erste Herbst seit Jahren ohne die obligatorische Krise. Nach Siegen gegen Greuther Fürth (2:1) und Regensburg (3:0) gibt es ein furioses 3:3 bei Tabellenführer Hannover 96. Die Gastgeber führen bereits 3:0, ehe Ex-Lilien-Spieler Marcel Franke vom Platz fliegt und sich die Partie dreht. Danach rangieren die Lilien auf Platz vier der Tabelle. Zweiter ist der VfB Stuttgart, der Hamburger SV liegt auf Rang drei.

Dezember:

Schrecklicher Fund bei den Bauarbeiten an der Gegengerade: Ein Bagger stößt auf ein teilweise verwestes Eintracht-Frankfurt-Trikot. Der Kampfmittelräumdienst wird gerufen und entschärft die Situation. Niemand kommt zu Schaden. Doch die Bauarbeiten müssen für mehrere Tage ausgesetzt werden. „Die Sicherheit unserer Fans hat höchste Priorität“, sagt Geschäftsführer Michael Weilguny.

Januar:

Die Lilien absolvieren die Wintervorbereitung in Brasilien. Das Testspiel gegen Flamengo Rio de Janeiro (1:1) verpasst Präsident Fritsch allerdings. Der Taxifahrer fährt ihn in den Zoo. Fritsch hatte gesagt, er wolle zu dem Verein „Flamingo oder wie die sich nennen„.

Flamingo Rio de Janeiro

Flamingo Rio de Janeiro

Februar:

Dirk Schuster kehrt nach einem Jahr als Trainer nach Darmstadt zurück. Er übernimmt die Traditionsmannschaft. „Ich konnte eh schon immer besser mit erfahrenen Spielern“, sagt der alte Trainerfuchs. „Außerdem können die besser feiern.“ Beim Heimspiel gegen Sandhausen wird er auf der Anzeigentafel versehentlich statt Grammozis als Trainer eingeblendet. „Technischer Fehler, eine alte Datei“ heißt es danach.

Dirk Schuster

Dirk Schuster, (wieder) SV Darmstadt 98

März:

Der erste milde Frühlingstag setzt den Lilien wie schon im Vorjahr ziemlich zu. Bei Temperaturen um 15 Grad gibt es eine 1:2-Heimniederlage gegen den VfL Bochum. „Die Hitze hat uns heute schwer zu schaffen gemacht“, klagt Marcel Heller danach. Und Coach Grammozis sagt: „Das war schon fast unmenschlich heiß auf dem Platz.“

Dimitrios Grammozis, SV Darmstadt 98

Dimitrios Grammozis leidet unter der Hitze

April:

Die Gegengerade wird nun doch nicht zum Saisonende fertig. „Wir befinden uns grundsätzlich im Zeitplan“, sagt Präsident Fritsch. „Aber so große Bauprojekte kann man ja nie genau auf den Tag terminieren.“ Bis zum Herbst soll die neue Tribüne komplett nutzbar sein. Im Winter sollen dann die Vorbereitungen für die neue Haupttribüne beginnen. Der Abriss ist jetzt für den Sommer 2021 geplant.

Mai:

Happy End im Aufstiegsfinale: Mit einem 2:1 beim VfB Stuttgart durch Tore von Stark und Torschützenkönig Dursun (29 Tore) verdrängen die Lilien die Schwaben von Rang zwei und steigen direkt in die Bundesliga auf. Grammozis erhält zur Feier des Tages eine Multivitaminsaftdusche von seinen Spielern. Die Pressekonferenz muss der Coach ausfallen lassen. Er klebt in der Kabine fest.

Juni:

Nun also doch ein Maskottchen: Unter dem Motto „Wir lassen die Sau raus“ präsentiert die Marketing-Abteilung Lilienschwein Bolle. „Ohne Maskottchen geht es in der Bundesliga einfach nicht“, sagt Geschäftsstellen-Praktikant Christian Heidel, der vom Arbeitsamt zur Wiedereingliederung an die Lilien vermittelt worden war.

Ein Lilienschwein?

Ein Lilienschwein?

(Achtung Satire! lilienblog.de übernimmt keine Haftung, wenn dieser Text ernst genommen wird oder sich Menschen beleidigt fühlen. Tiere sind übrigens nicht zu Schaden gekommen)

 

Bildquellen

  • DSC-D98-2018-19-004: Arthur Schönbein
  • Dursun-Tor: Arthur Schönbein
  • flamingo-92728_1920: Pixabay/Dominik Eglin
  • Dirk Schuster: Arthur Schönbein
  • D98-BOC-016: Arthur Schönbein
  • piglet-433707_1920: Pixabay/Ylvers
  • psychics-1026092_1920: pixabay

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