Beim Testspiel gegen den rumänischen Erstligisten Gaz Metan Medias am Dienstag fehlte Serdar Dursun. Eine reine Vorsichtsmaßnahme wegen einer leichten Blessur, hieß es vom Verein. Doch am Mittwoch berichtete die türkische Tageszeitung „Aksam„, der Traditionsclub Besiktas Istanbul habe Gespräche über eine Verpflichtung Dursuns mit den Lilien aufgenommen. Dursun vor dem Absprung?

„Wir werden uns nicht an jeder Spekulation beteiligen“, erklärte der Sportliche Leiter des SV Darmstadt 98, Carsten Wehlmann, am Donnerstag offiziell auf Lilienblog-Anfrage. Nach Informationen des Lilienblogs ist derzeit allerdings nichts dran an einem Wechsel Dursuns.

Für einen Wechsel Dursuns Verein gibt es Argumente:

  • Der in Hamburg geborene Deutsch-Türke träumt von einer Berufung in die türkische Nationalmannschaft und der Teilnahme an der Fußball-Europameisterschaft im Sommer, wie er der „Bild„-Zeitung diese Woche in einem Interview sagte. Bei einem Verein wie Besiktas hätte er womöglich bessere Chancen, auf sich aufmerksam zu machen als in Darmstadt.
  • Dursun hat Ambitionen, will gerne höherklassig und bei einem größeren Verein spielen. Im Sommer bot ihn sein Berater nach Lilienblog-Informationen unter anderem beim Hamburger SV an. Ein traditionsreicher Verein in seiner Heimat wäre da auch eine attraktive Option.
    SV Darmstadt 98 - Jahn Regensburg

    Da war die Welt noch halbwegs in Ordnung – Dursun kurz vor seinem Fehlschuss gegen Regensburg.

  • Bei den Lilien-Fans wird Dursun trotz seiner Tore zumindest kontrovers gesehen. Nach seinem verschossenen Elfmeter gegen Jahn Regensburg gab es Pfiffe und vereinzelt auch Beschimpfungen vom eigenen Anhang. Auch, wenn Dursun selbst darauf gelassen reagierte, sorgen solche Vorfälle nicht gerade dafür, dass sich ein Spieler wohlfühlt.
  • Dursun kam im Sommer 2018 für geschätzte 350.000 Euro Ablösesumme von der SpVgg Greuther Fürth zu den Lilien. Sollten die in dem Zeitungsbericht kolportierten zwei Millionen Euro Ablöse tatsächlich stimmen, wäre das für die Lilien ein Bombengeschäft.

Gegen einen Wechsel Dursuns gibt es noch gewichtigere Argumente:

  • Die Lilien wären schlecht beraten, ihren besten Angreifer (10 Tore in 20 Pflichtspielen) mitten in der Saison ziehen zu lassen.
    Serdar Dursun

    Hoch hinaus – Serdar Dursun beim Torjubel

  • Ob der Verein in der guten Woche bis Transferschluss noch einen passenden und bezahlbaren Ersatz für Dursun finden würde, wäre zudem äußerst fraglich.
  • Felix Platte, der als einziger Spieler im Kader ein ähnlicher Typ wie Dursun ist, gilt als extrem verletzungsanfällig; zudem fehlt ihm Spielpraxis, nachdem er die gesamte Vorrunde ausgefallen ist.
  • Dursun selbst weiß, was er in Darmstadt hat. Hier ist er gesetzt, genießt die Wertschätzung des Trainers. Anderswo müsste er sich das erst erarbeiten.
  • Bereits von 2011 bis 2016 spielte Dursun mit sehr durchwachsenem Erfolg in der Türkei. In der 1. und 2. Liga konnte er sich dort nicht durchsetzen, erst beim damaligen Drittligisten Fatih Karagümrük kam er regelmäßig zum Einsatz und erzielte zahlreiche Treffer. Das Beispiel von Ex-Mannschaftskollegen Aytac Sulu zeigt, dass ein Wechsel in die Türkei unter Karriereaspekten auch nach hinten losgehen kann.
  • Mit starken Leistungen und weiteren Toren könnte sich Dursun auch bei den Lilien für die türkische Nationalelf empfehlen.

Bildquellen

  • SVD-SSV-blog-2019-20-016: Arthur Schönbein
  • Dursun-Tor: Arthur Schönbein
  • SVD-SSV-blog-2019-20-021: Arthur Schönbein

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