Marcel Schuhen ist beim SV Darmstadt 98 im Tor gesetzt. Das war vor einem Jahr noch nicht so abzusehen. Ein Grund für die Leistungsexplosion des Keepers und zugleich der Leidtragende davon ist Morten Behrens. Der 25 Jahre alte Torhüter ist nun zum Drittligisten SV Waldhof Mannheim weitergezogen – zumindest vorerst. 

Mit großen Vorschusslorbeeren war Behrens vergangenen Sommer von Drittligist 1. FC Magdeburg ans Böllenfalltor gewechselt. Nicht wenige trauten ihm zu, die neue Nummer eins zu werden. Und dann fiel Schuhen auch noch zu Saisonbeginn coronabedingt aus.

SV Darmstadt 98 - SC Paderborn

Die bisherige Konkurrenz: Morten Behrens (links) und Marcel Schuhen (rechts), dahinter Torwarttrainer Dimo Wache.

Niederlagen bei allen vier Einsätzen

Doch Behrens konnte diese Chance nicht nutzen. Auf ein ordentliches Debüt gegen Regensburg (0:2) folgte ein schwächerer Auftritt gegen Karlsruhe (0:3). Im Pokal gegen 1860 München stand Schuhen wieder im Tor – und war fortan die Nummer eins.

Als sich Schuhen in der Rückrunde gegen Nürnberg verletzte, kam Behrens beim Stand von 1:1 nochmals zum Einsatz. Die Partie ging 1:3 verloren. Auch im folgenden Spiel stand er nochmals im Tor. Es gab ein 2:5 gegen den FC Schalke 04.

Bei den Lilien bescheinigte man Behrens, er habe sich “super in die Mannschaft und insbesondere in das Torwartteam integriert” (Carsten Wehlmann). Torwarttrainer Dimo Wache erklärte, Behrens habe sich enorm weiterentwickelt und habe gerade gegen Schalke trotz der fünf Gegentore eine ordentliche Leistung gebracht hat. Um seine Entwicklung bestmöglich zu fördern, habe man sich für eine Leihe entschieden.

Ein Manko, das aber auch immer wieder zu hören war, lautete: Behrens ist zu zurückhaltend. Ein Beispiel war eben besagtes Schalke-Spiel, als das 2:4 aus einem Missverständnis zwischen Innenverteidiger Patric Pfeiffer und Behrens entsprang. Während sich Behrens in dieser Szene auf Pfeiffer verließ, hätte sich Schuhen vermutlich laut schreiend und ohne Rücksicht auf Verluste in die Situation geworfen.

Kehrt Behrens wirklich zum SV Darmstadt 98 zurück?

Behrens’ Vertrag bei den Lilien läuft bis 2024. Wache hofft, dass er “in Mannheim möglichst viel Einsatzzeit erhält, um dann im kommenden Sommer mit viel Spielpraxis in den Beinen neu bei uns anzugreifen”.#

Alexander Brunst, SV Darmstadt 98

Der Neue im Tor: Alexander Brunst

Sollte Behrens tatsächlich kommende Saison zurückkehren, hätten die er einen alten Bekannten als Konkurrenten. Als Behrens-Ersatz holte der SV Darmstadt 98 Alexander Brunst vom dänischen Klub Vejle BK.

Der 26-Jährige erhielt einen Vertrag bis Juni 2024. Er wurde wie der knapp zwei Jahre jüngere Behrens beim Hamburger SV ausgebildet, wo er in der Reserve auch seine ersten Schritte im Profifußball machte. Später wechselte er in die U23 des VfL Wolfsburg.

Brunst seit der Jugend in Waches Datenbank

Anschließend führte Brunst der Weg zum 1. FC Magdeburg. Dort traf er Behrens wieder. An den verlor er in der Saison 2019/20 auch seinen Stammplatz. Die vergangenen zwei Jahre war er für Vejle aktiv. Für die Dänen bestritt er 47 Begegnungen.

“Ich führe Alexander schon seit dessen Jugendzeit in meiner Datenbank und habe seinen Werdegang aufmerksam verfolgt”, erklärte Wache. “Er ist ehrgeizig, fleißig und hat sich in seiner bisherigen Laufbahn auch schon aus herausfordernden Situationen herausarbeiten können.”

Brunst erklärte, es sei überragend, was in Darmstadt “entstanden ist und weiterhin entsteht”. Den SV Darmstadt 98 kennt er übrigens aus drei Begegnungen. Sowohl die beiden Liga-Partien in der Saison 2018/19 wie auch das Pokal-Spiel in dieser Spielzeit verlor er im Tor der Magdeburger gegen Darmstadt.

(korrigierte Version: Verweis auf vierten Torhüter unter Vertrag im Absatz unter dem Brunst-Foto gestrichen, da der Vertrag von Steve Kroll zum Ende der Saison 2022/23 ausläuft, wenn Behrens’ Leihe endet.)

Bildquellen

  • SVD-SCP-2021-22-blog-0001c: Arthur Schönbein
  • DSC_4717: Handout SV Darmstadt 98
  • SVD-S04-2021-22-blog-0003a: Arthur Schönbein

Kommentare

  • Frank Hofmann sagt:

    Im Moment hat man also 3 Torhüter unter Vertrag und davon Einer in Mannheim geparkt. Was Wehlmann und Wache hier schlau eingefädelt haben, wird den Lilien Ablöse bringen. Möglichweise sogar von einem zukünftigen Konkurrenten Waldhof Mannheim. So sieht der Plan m. M. n. aus und er ist gut. Nun braucht man noch einen Backupplatzhaltertorwart. Mal sehen wer es wird.
    Ansonsten finde ich, daß die Redaktion Behrens mit seinen scheinbar unglücklichen Kurzeinsätzen nicht richtig beleuchtet hat. Denn alle Einsätze waren INSGESAMT in geschlossener Mannschaftsleistung ein Desaster. Schuhen war auch nicht der heutige laute Orang Utan bevor M. Behrens kam. Mit dem Neuzugang hält man Schuhen die Bananen noch mal etwas höher. Schuhen hat die Chance sich in der neuen Saison auf Liga 1 Niveau zu entwickeln, weit weg ist er nicht mehr davon. Scheint mir auch ein Planziel von Wehlmann und Wache zu sein inkl. passendes Vertragskonstrukt.

    P.S.: Die Gerüchteküche im Kicker Sportmagazin plaudert von einem Schanzer Gastspieler….

    • Stephan Köhnlein sagt:

      Stand jetzt sind es vier Torhüter, wenn Behrens nächste Saison zurückkehren sollte, läuft der Vertrag von Kroll aus, dann sind es nur noch drei.
      Ansonsten fand ich Behrens nicht überzeugend, auch wenn man ihm von den zwölf Gegentoren in seinen vier Einsätzen sicher nicht alle ankreiden kann. Und er hatte eben das Pech, dass es aufwärts ging, als Schuhen zurückkehrte

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