In der Schlussphase des Testspiels zwischen dem SV Darmstadt 98 und dem Sandhausen warf Trainer Torsten Lieberknecht sein “ganz junges Gemüse” in die Partie. Neben den A-Jugendspielern Philipp Sonn und Aaron Schreck durften auch die beiden B-Jugendlichen Tim Arnold und Mateo Zelic ein bisschen Profi-Luft schnuppern. 

Die Nachwuchsspieler hätten die Woche mit der ersten Mannschaft des SV Darmstadt 98 trainiert und es habe ihm einfach Spaß gemacht, ihnen so einen Moment zu gönnen, sagte Lieberknecht zur Begründung. “Das soll auch ein Zeichen sein, dass die Tür bei mir immer offen ist, als junger Spieler eine Chance zu bekommen.”

Wenn er Außenverteidiger Schreck sehe, erinnere der ihn an den jungen Matthias Bader aus der C-Jugend, sagte Lieberknecht. Zelic habe gleich die Härte im Seniorenfußball zu spüren bekommen und sich im Zweikampf einen Schlag abgeholt. “Das sind gute Jungs. Man weiß nie, wo und wie es endet. Aber Fakt ist, dass sie sich hier präsentieren können.”

Abstiege der Junioren des SV Darmstadt 98: Lieberknecht ist “relativ entspannt”

Dass sowohl die U19 wie auch die U17 aus der Bundesliga abgestiegen sind, sieht Lieberknecht “relativ entspannt”. Die Jugend-Bundesliga wird aus seiner Sicht überbewertet, auch der DFB werde sich da wohl Gedanken machen. Talentförderung hänge nicht primär mit der Spielklasse zusammen. Insgesamt werde da in Darmstadt sehr gute Arbeit geleistet.

“Entscheidend ist, dass wir ein Auge darauf haben”, sagte Lieberknecht. “Und dass die Talente hier im Umkreis sehen, dass der Eintritt in den Profibereich bei uns ein bisschen einfacher ist, weil die Messlatte vielleicht noch nicht ganz so hoch ist.”

Lieberknecht will sie, Fritsch ist dagegen, Riedel ist gespalten

Wesentlich wichtiger sei aus seiner Sicht die Ebene über der Jugend: eine zweite Mannschaft. “Da lasse ich nicht locker und werde den Rüdiger mal wieder an den Tisch holen und fragen, wie diese Idee weiter ausgeschlachtet werden könnte”, sagte er schmunzelnd.

Vereinspräsident Rüdiger (Fritsch) hatte im Jahr 2014 die zweite Mannschaft des SV Darmstadt 98 aus der Verbandsliga abgemeldet und lehnt eine solche mit Verweis auf den sportlichen Wert, die Kosten und den fehlenden Platz ab. “Klar, wir diskutieren das immer wieder mal”, sagte er kürzlich dem Lilienblog. “Aber das Thema steht bei uns höchstens auf Tagesordnungspunkt 8b.”

Clemens Riedel, der als A-Jugendlicher vergangene Saison direkt den Sprung zu den Profis schaffte, erklärte in der Winterpause, es sei immer schön, so viel wie möglich zu spielen. “Da wäre eine zweite Mannschaft sinnvoll für die jungen Spieler.” Er merkte aber auch an, dass er beim Vorhandensein einer zweiten Mannschaft womöglich nicht bei den Profis reingerutscht wäre, als zu Beginn der vergangenen Saison zahlreiche Spieler wegen Corona ausfielen. “Da hätte man womöglich einen Spieler aus der zweiten Mannschaft genommen.”

Bildquellen

  • SVD-SVS-2021-22-blog-0006a: Arthur Schönbein

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