Gegen Nürnberg den Rabona-Trick, gegen St. Pauli den Sprung im Elfmeter-Anlauf – Serdar Dursun ist immer für eine Show-Einlage gut. Und so lange er trifft, passt ja auch alles. Gegen St. Pauli sah der 29 Jahre alte Deutsch-Türke lange Zeit wie der Matchwinner aus. Doch sein Doppelpack reichte am Ende nicht für den Sieg über die Hamburger.

Nach einer mäßigen ersten Halbzeit entschied der Schiedsrichter kurz vor der Pause nach einem Foul an Tobias Kempe auf Elfmeter. Weil der Gefoulte zumindest laut Sprichwort nicht selbst schießen soll, aber auch weil Kempe Ende der vergangenen Saison in Regensburg verschossen hatte, schnappte sich Dursun die Kugel. Im Stil eines Jorginho oder Bruno Fernandes hüpfte er beim Anlauf kurz vor dem Schuss – und traf unten links.

Anfang: „Kann mich nicht damit anfreunden“

Wirklich souverän sah der Bewegungsablauf allerdings nicht aus. Und wirklich begeistert war sein Trainer auch nicht. „Ich habe das schon ein paar Mal im Training gesehen. Das verstehe ich nicht so. Ich würde das als Spieler nicht so machen“, sagte Markus Anfang. „Der Serdar macht das so. Er war sich sicher, ihn reinzumachen. Er hat ihn reingemacht. Damit wurde er bestätigt. Aber so richtig anfreunden kann ich mich nicht mit der Art, den Elfmeter so zu schießen. Da bin ich ganz ehrlich.“

Dursun selbst erklärte: „Ich trainiere das seit Monaten. Manche suchen sich eine Ecke aus, manche stoppen. Jeder macht das anders. Ich habe auch ein paar Varianten im Kopf. Ich bin glücklich, dass das heute geklappt hat.“ Tatsächlich hatte Dursun nach einem ähnlich aufreizenden Anlauf vor rund einem Jahr beim Heimspiel gegen Regensburg einen Elfmeter über das Tor gejagt und damals die heimischen Fans gegen sich aufgebracht. Trotz unüberhörbarer Pfiffe des eigenen Anhangs traf er danach noch doppelt – ein Zeichen für das scheinbar unerschütterliche Selbstbewusstsein des Angreifers.

Serdar Dursun, 1. FC Nürnberg - SV Darmstadt 98

Der Rabona – Serdar Dursun im Spiel gegen den, 1. FC Nürnberg

Nur ein banaler Kopfball – der zweite Treffer von Serdar Dursun

Auch diesmal traf Dursun doppelt. der zweite Treffer war für seine Verhältnisse ein ziemlich banaler Kopfball. Aber auch diesmal gaben die Lilien den Sieg in der Nachspielzeit aus der Hand und mussten sich ebenfalls mit einem 2:2 begnügen. Damals war es ein Patzer von Marcel Schuhen – diesmal ein Elfmeter nach einer fragwürdigen VAR-Entscheidung.

„Wir hatten klare Dinger heute“, haderte Dursun nach dem Spiel. Den 2:0-Vorsprung hätte die Mannschaft herunterspielen oder noch ausbauen müssen. Er selbst hatte in der 79. Minute eine dicke Chance, als der Ball nach einer Ecke im Fünfmeterraum überraschend zu ihm durchrutsche und er ihn nicht mehr gezielt auf das Tor brachte. Und auch Braydon Manu schoss in der 88. Minute aus bester Position am Tor vorbei.

„Natürlich ist das bitter“, sagt Dursun über den späten Ausgleich in der Nachspielzeit nach Videobeweis. „Aber wir dürfen jetzt den Kopf nicht hängen lassen.“ Nun müsse man eben in die nächsten beiden Partien gegen Osnabrück und Karlsruhe gewinnen.

Bildquellen

  • FCN-SVD-2020-21-blog-007: Arthur Schönbein
  • Ber veröffentlichung ist das Bild mit“Foto: Arthur Schönbein“ zu Zeichnen.: Arthur Schönbein

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