Vergleiche zwischen gestern und heute – das findet Ex-Lilien-Publikumsliebling Toni Sailer schwierig.

„Bei uns hat ja damals keiner was erwartet“, sagt er im Rückblick auf die Anfänge seiner Zeit in Darmstadt, wo er zwischen 2014 und 2016 spielte. „Wir haben das aus dem Nichts geschafft, sind nach dem schlechten Start immer mehr gewachsen mit den Fans, es war auch das Quäntchen Glück dabei – viele Faktoren, die zusammenpassen müssen.“

Toni Sailer nach dem Bundesliga-Aufstieg

Toni Sailer nach dem Bundesliga-Aufstieg

Fatale Erwartungen an das aktuelle Team

Und damit werde dann die Gegenwart verglichen und gefragt, wieso die heutige Mannschaft nicht so spiele und kämpfe wie die damals. „Aber das sind ganz andere Voraussetzungen. Man kann die 2. Liga nicht mit der Zeit in der 3. Liga vergleichen.“ Und mit der Punktzahl aus der 2. Liga wäre man ja auch nicht zwangsläufig jedes Jahr aufgestiegen. „Das hat halt einmal gereicht. Das war dann eben so.“

Auch sei die aktuelle Truppe ganz anders gestrickt. „Wir waren damals deutlich älter, waren schon ein Jahr zusammen, haben einen Erfolg zusammengefeiert.“ Es wäre fatal zu erwarten, dass die derzeitige Mannschaft vorne mitspielen müsse. Die Mannschaft sei gut. Aber es gebe eben noch 17 andere Vereine, die auch gut seien, die sich auch verstärkt hätten.

„Eine geile Zusammenarbeit“

Trainer Dirk Schuster habe zu Beginn des Darmstädter Höhenflugs damals die Hauptrolle gespielt. „Er hat ja im Prinzip verantwortlich dafür, den Kader zusammenzustellen. Und das hat er ja im Nachhinein perfekt gemacht.“ Dazu sei gekommen, dass es kaum größere Verletzungen gegeben habe und der Coach die Startelf nie großartig habe verändern müssen.

„Als er gesehen habe, dass wir charakterlich zusammenpassen und wir in so einen kleinen Lauf gekommen sind, war es für ihn relativ einfach“, sagt Sailer weiter über Schuster. „Dann hat er uns laufen lassen, uns viele Dinge zugestanden. Und wir haben ihm das Vertrauen, das er uns geschenkt hat, zurückgezahlt.“ Für die Zusammenstellung der Mannschaft sei Schuster die Hauptfigur gewesen. „Alles andere war dann eine geile Zusammenarbeit.“

Am Rande des Neujahrsempfangs hat der Lilienblog lange mit Toni Sailer gesprochen: Offen und reflektiert plauderte der mittlerweile 34-Jährige über gestern und heute – von seinem Werdegang, dem „Wunder von Bielefeld“, seinem einzigen Bundesliga-Tor, seinem Kult-Bart bis hin zu seinen heutigen Plänen. Nahezu jede Antwort ist eine Geschichte für sich. Mal lustig, mal nachdenklich, meist anrührend und immer sehr ehrlich. Diese Geschichten hat der Lilienblog in einer Toni-Sailer-Serie wiedergegeben, die mit der heutigen 8. Folge endet. Bereits erschienen sind:

Teil 1 „Lampenfieber und Umorientierung
Teil 2 „Das alte Stadion hat mir besser gefallen
Teil 3: „Das mit Hanno kam von Herzen“
Teil 4: „Wunderheilung vor dem Wunder“
Teil 5: „Das kann mir niemand nehmen“
Teil 6: Bärte und vegane Ernährung
Teil 7: Einsam auf der Alm

 

Bildquellen

  • 55-blog: Arthur Schönbein
  • 22-blog: Arthur Schönbein

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