Nach einem Jahr ist André Leipold wieder dort angekommen, wo er vor einem Jahr herkam: in der Regionalliga Bayern. Im Januar 2022 war der Angreifer mit großen Vorschusslorbeeren von Wacker Burghausen ans Böllenfalltor gewechselt. Nun wird er bis zum Saisonende an die Würzburger Kickers verliehen, wie der SV Darmstadt 98 am Dienstag mitteilte. Dort soll der 21-Jährige Spielpraxis sammeln.

Bei der Verpflichtung vor einem Jahr hatte Trainer Torsten Lieberknecht noch von Straßenkicker-Typen wie Leipold geschwärmt, die “über den zweiten Bildungsweg in den Profifußball kommen”. Schnell legte sich die anfängliche Begeisterung jedoch: Leipold spiele – auch wenn das völlig normal sei – noch zu sehr im Respekt-Modus, um einer Zweitliga-Mannschaft anzugehören, erklärte der Coach bereits nach wenigen Tagen. Der Spieler brauche noch Zeit.

Debüt zwischen den Extremen

Im April war es dann so weit. Leipold wurde in der Schlussphase gegen den 1. FC Nürnberg eingewechselt. Das Debüt verlief jedoch alles andere als optimal: Erst verfehlte er knapp den Ausgleich mit einem Schuss, dann stolperte er in der letzten Aktion der Nachspielzeit einen Ball aus vollem Lauf zum 1:3-Endstand ins eigene Tor.

Statt “Ausgleichsheld von Nürnberg” stand ein “Eigentor beim Debüt” über seinem ersten Profispiel-Kapitel. Wobei man zu Leipolds Ehrenrettung sagen muss, dass die Partie mit größter Wahrscheinlichkeit auch ohne sein Eigentor verloren gegangen wäre. Und dass auch seine Kollegen hochkarätige Chancen vergaben. Es blieb jedoch sein einziger Einsatz in der vergangenen Saison.

Was der Trainer an André Leipold bemängelte

In der Sommervorbereitung tadelte Lieberknecht Leipold nach dem Testspiel gegen Elversberg ungewöhnlich offen wegen seiner Beteiligung am Ausgleich des Drittligisten. “André war relativ frisch im Spiel. Da darf man schon erwarten, dass er den Raum schnell schließt”, sagte der Coach. “Das ist seine Problematik. Sein Umschaltverhalten in der Defensive muss auf jeden Fall besser werden.”

Im Laufe der Hinrunde kam Leipold auf gerade vier Kurzeinsätze – trotz ausgesprochen dünner Personaldecke. Lieberknecht ließ durchblicken, dass er nicht immer mit der Einstellung des Spielers zufrieden war. Schon vor Weihnachten empfahl der Coach dem Spieler eine Leihe. Ins Trainingslager nach Spanien reiste der Angreifer dann schon nicht mehr mit. Parallel suchen die Lilien jedoch nach einem anderen Angreifer, dem sie eher zutrauen, die Mannschaft weiterzubringen.

Leipolds Vertrag bei den Lilien läuft noch bis 2025. Ob er sich in Würzburg beim aktuellen Tabellenzweiten der Regionalliga für höhere Aufgaben bei Zweitliga-Tabellenführer Darmstadt empfehlen kann, bleibt abzuwarten. Aber immerhin hat er die Chance auf mehr Einsätze.

Bildquellen

  • FCN-SVD-2021-22-blog-0023: Arthur Schönbein

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